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Blindes Vertrauen zahlt sich aus

Menschen mit Sehbehinderung Blindes Vertrauen zahlt sich aus

Nichts sehen – und trotzdem Auto fahren. Dieses Erlebnis wurde nun für Schüler der Blindenstudienanstalt (Blista) wahr. Auf dem Gelände der Hessenkaserne durften sie sich hinters Steuer setzen.

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Alexander Milbrodt hat sichtlich Spaß als Autofahrer. Mutter Marianne ist stolz „und sehr bewegt“.

Quelle: Nadine Weigel

Stadtallendorf. Denise Gatzweiler kneift die Augen zusammen. Sie legt ihre Hand auf den Schalthebel, tritt die Pedale durch und schaltet in den vierten Gang. Sie sieht nur verschwommen, schemenhaft. Trotzdem düst Denise mit Tempo 70 durch die Kurven der Waldstraße. Sie lächelt.

„Ich bin begeistert, wie gut das klappt“, sagt Volker Plewka. Der Fahrschullehrer beobachtet aufmerksam, wie seine außergewöhnliche Fahrschülerin das Auto lenkt. Denn Denise Gatzweiler ist sehbehindert. Nur noch zehn Prozent Sehkraft besitzt die Absolventin der Carl-Strehl-Schule in Marburg.

Die 20-Jährige ist an diesem Samstag nur eine von rund 50 Schülern der Blista, die ausnahmsweise einmal nicht nur Beifahrer sein müssen. Fahrschullehrer aus dem Landkreis stellen sich und ihre Autos zur Verfügung, damit die Blista-Schüler einmal in ihrem Leben selbst ein Auto steuern können.

Die Verkehrswacht simuliert vor Ort mit einem Gurtschlitten eine Vollbremsung. „Bei einem Unfall mit zehn Km/h vervierfacht sich das Körpergewicht“, erklärt Eric Verheye von der Verkehrswacht. „Bei einem Aufprall mit 50 Km/h drückt das 40-fache des eigenen Körpergewichts in den Gurt“, betont er.

von Nadine Weigel

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