Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Bistum wusste früh von Vorwürfen

Missbrauch Bistum wusste früh von Vorwürfen

Am Donnerstag zog das Bistum Fulda seinerseits eine Zwischenbilanz der Untersuchung von Missbrauchsfällen durch Priester und Kirchenmitarbeiter.

Voriger Artikel
Besucher übernachten neben Promis
Nächster Artikel
Am Turm sind die Fische los – in 3-D

Bischof Heinz-Josef Algermissen und Missbrauchsbeauftragte Anne Schmitz äußerten sich in Fulda.

Quelle: Michael Rinde

Fulda. Vier Ermittlungsverfahren wegen Fällen von sexuellem Missbrauch bearbeiten die Staatsanwaltschaften in Marburg, Fulda und Hanau derzeit laut dem Bistum Fulda. In drei Fällen sind Priester beschuldigt. Im vierten Fall handelt es sich offenbar um den des früheren Erziehers im ehemaligen Schülerheim der Stiftsschule. Konkret werden wollte die Bistumsleitung gestern bei einer Pressekonferenz in Fulda aber mit Rücksicht auf Ermittlungen und Opfer aber nicht.

Das Bistum differenziert zwischen aktuell ans Licht gekommenen Missbrauchsfällen, weit zurückliegenden Altfällen und auch Missbräuchen, die bereits abgeurteilt wurden, bei denen es aber neue Erkenntnisse gibt. Darum lehnte es Anne Schmitz, die Missbrauchsbeauftragte des Bistums, gestern auch ab, eine Gesamtzahl der Fälle zu bilden, die sie untersucht. In Amöneburg, im früheren Internat der Stiftsschule, kam es 1976 zu mindestens zwei Missbrauchsfällen durch einen Erzieher.

Der hat die Vorwürfe erst vor wenigen Wochen eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft in Marburg ermittelt, obwohl eine Verjährung als höchstwahrscheinlich gilt. „Es hat Vernehmungen gegegeben, aber noch keinen neuen Sachstand“, erklärte Arndt-Peter Koeppen, Leiter der Marburger Staatsanwaltschaft gestern auf OP-Anfrage.

Die Vergehen des Erziehers müssen aber dem Bistum schon damals bekannt gewesen sein. Bischof Heinz-Josef Algermissen erklärte auf Nachfrage der OP, dass der Mann seinerzeit entlassen wurde, weil Missbrauchsvorwürfe im Raum standen. „Daran können sich zumindest langgediente Mitarbeiter des Generalvikariats erinnern, mit denen ich gesprochen habe“, sagte Algermissen.

von Michael Rinde

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Freitagsausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Missbrauch
../dpa-Hessen-images/large/BistumxFulda_24324358.original.large-4-3-800-0-398-1312-1379.jpg

Bei der Aufarbeitung des Missbrauchskandals in der katholischen Kirche hat der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen die "Opfer um Vergebung gebeten".

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr