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Bischof fordert mehr „Störenfriede“

Magdalenen-Oktav Bischof fordert mehr „Störenfriede“

600 Gläubige eröffneten mit dem Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen in der Lindaukapelle die eine Woche dauernde Magdalenen-Oktav.

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Mit Mitra, Brustkreuz, Bischofsstab und -ring – den äußeren Zeichen seiner Bischofswürde – segnet der Fuldaer Bischofs Heinz Josef Algermissen beim Einzug in die Amöneburger Lindaukapelle die rund 600 Gläubigen.Fotos: Karin Waldhüter

Amöneburg. Wer am Sonntagabend noch einen Sitzplatz ergattern wollte, der musste lange vor Beginn des Pontifikalamtes mit Bischof Heinz Josef Algermissen an der Lindaukapelle eingetroffen sein - oder es so machen wie viele Besucher und einfach eine Sitzgelegenheit mitbringen.

Die Beliebtheit der Magdalenen-Oktav ist weiterhin ungebrochen: Viele Wallfahrer warteten schon eine Stunde vor Beginn andächtig betend vor der Lindaukapelle. Die Oktav beginnt am Gedenktag der heiligen Maria Magdalena, dem 22. Juli: Auto an Auto schlängelte sich auf der Suche nach einem Parkplatz den Amöneburger Berg hinauf. Mancher Wallfahrer nahm einen Fußweg in Kauf und machte sich von Kirchhain aus auf den Weg.

Nach dem vielen Regen der vergangenen Tage zeigte sich auch mit Beginn der Oktav das Wetter endlich von seiner schöneren Seite, und so konnten die Gläubigen bei angenehmen Temperaturen dem Gottesdienst, der über Lautsprecher auf das Gelände übertragen wurde, verfolgen.

„Wir nehmen ihren Besuch als ein Kompliment an uns Oberhessen“, betonte Dr. Paul Lang, der im Namen des Pfarrgemeinderats die Begrüßung des Bischofs übernommen hat. „Ich freue mich, heute hier zu sein, weil ich mitgetragen werde von den Gläubigen und der Herzensunterstützung der Oberhessen, was mir besonders viel bedeutet“, erwidert Bischof Algermissen, der gemeinsam mit Konzelebrant Pater Lukas Mbefo aus Tansania, Diakon Jungmann und Diakon Jockel den Gottesdienst feierte.

„Jede Generation baut an der Kirche mit - im architektonischen und im geistlichen Sinn“, begann der Oberhirte seine Predigt, für die er am Ende von den Gläubigen viel Applaus erhielt. In einer ermunternden Rede sprach der Bischof die Gläubigen direkt an und bat angesichts vieler tief greifender Strukturveränderungen im gesellschaftlichen Bereich und den Umbrüchen in der Kirche, Jesus Christus treu zu bleiben. Er appelliert an die Gläubigen: „Geben sie Ihre Erfahrungen, das der Glaube Halt und Stütze ist, an Ihre Kinder weiter.“ Wenn in den Familien nicht über den Glauben gesprochen oder vor den Mahlzeiten nicht gebetet werde, dann sehe es dunkel mit der nächsten Generation aus.

Gleichzeitig rief Algermissen die Gläubigen auf, nicht zur Tötung ungeborener Kinder zu schweigen, sondern angesichts des nachlassenden Lebensschutzes in der Gesellschaft klar Stellung zu beziehen: „Christen sind zwar keine Friedensstörer, aber sie müssen sich massiv als Störenfriede dort betätigen, wo immer die Mächte es Todes am Werk sind - sei das im privaten, im gesellschaftlichen wie im politischen Bereich.“

Feierlich umrahmte das Blasorchester der Freiwilligen Feuerwehr Mardorf den Gottesdienst. Dem Pontifikalamt schloss sich ein gemütliches Beisammensein mit Gegrilltem und Getränken an. Zudem bestand die Möglichkeit, am gemeinsamen Stand der Borromäus-Bücherei Rüdigheim und des Pfarrgemeinderats Amöneburg biblische Schriften, Kindergebetbücher und Rosenkränze zu erstehen.

Fortgesetzt wird die Magdalenen-Oktav täglich bis zum Sonntag, 29. Juli jeweils um 19.30 Uhr. Die Zelebranten: Pater Othmar Preis (heute, er stammt aus Roßdorf), Domdechant Prof. Dr. Werner Kathrein aus Fulda (morgen, er ist gebürtiger Amöneburger), Pfarrer Andreas Frisch aus Edelzell-Engelhelms (Donnerstag, seine Heimatgemeinde ist Stadtallendorf), Pfarrer Arnulf Hummel (Freitag, er ist Neustadts scheidender Pfarrer), Domkapitular Josef Mönninger (stammt aus Rüdigheim) und Monsignore Bernhard Klatt (ehemaliger Amöneburger Pfarrer, beide am Samstag) sowie Pater Martin Wolf (aus dem Kloster der Hünfelder Oblaten) und Ortspfarrer Marcus Vogler (beide Sonntag).

von Karin Waldhüter

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