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Biker trotzen an "ihrem Tag" dem Regen

Motorradgottesdienst Biker trotzen an "ihrem Tag" dem Regen

Während des 15. Ökumenischen Motorradgottesdienstes in der Herrenwaldkirche baten rund 100 Biker um Gottes Segen für sich, ihre Beifahrer und die Maschinen.

Stadtallendorf. Wenn im Frühling die Temperaturen steigen, dann beginnt die Hochsaison für Motorradfahrer. Jedes Jahr im Mai eröffnen die „Motorradfreunde Marburger Land“ ihre Saison mit einem Motorradgottesdienst. Doch bevor dieser am frühen Samstagnachmittag begann, zelebrierte Pfarrerin Stefanie Busch eine Bikerhochzeit.

Statt in Anzug und Brautkleid traten Sandra und Jörg Lenz stilecht in schwarzer Lederkluft an den Altar, um den Bund fürs Leben zu schließen. Den Zweiten Vorsitzenden der Motorradfreunde und seine aus Cölbe kommende Frau verbindet die Leidenschaft zu schnellen Motorrädern - die Braut hatte das Hobby über ihren Mann schätzen gelernt und den Motorradführerschein gemacht. Für beide ist es die zweite Ehe, beide bringen jeweils zwei Kinder mit in die Ehe.

Den Musikgeschmack der ­Biker und Hochzeitsgäste traf die elfköpfige Gruppe „GosPop - Gospel Pop and More“ - ­sowohl mit kirchlich angehauchten Liedern als auch mit Liedern, die das Brautpaar selbst ausgesucht hatte, sorgte die Gruppe für ganz besonders emotionale und stimmungsvolle Momente.

Im Anschluss an die Trauung begannt dann der ökumenische Motorradgottesdienst. „Es ist schon eine kleine Tradition, im Mai den Motorradgottesdienst abzuhalten, zu einer Ausfahrt aufzubrechen und anschließend die Geselligkeit zu pflegen“, betonte Pfarrer Diethelm Vogel, der gemeinsam mit Stefanie Busch den Gottesdienst zelebrierte.

Den Biker-Psalm und die Fürbitten verlasen Marianne Pitz, Jürgen Wasserberg, Günter Köller und Ludger Pitz, die Vorstandsmitglieder der Motorradfreunde. In den Fürbitten baten sie um Schutz auf Fahrten und Wegen, um Aufmerksamkeit gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern, um Kraft und Zuversicht für Verletzte und eine baldige Genesung sowie um Gelassenheit am Lenker und um Nachsicht mit den Fehlern der anderen.

Bevor Pfarrer Vogel die aufgestellten Motorräder auf dem Kirchhofvorplatz segnete, besprengte er die neben dem Altar aufgereihten Sturzhelme mit Weihwasser.

Das verregnete Wetter hatte wohl dazu geführt, dass sich in diesem Jahr wesentlich weniger Motorräder vor der Kirche aneinanderreihten. Und so wanderten viele Augen der Biker nach dem Gottesdienst erst einmal gen Himmel, an dem dunkle Wolken vom drohenden Regen kündeten. Angeführt von zwei Polizeimotorrädern nahmen die Biker das frisch vermählte Paar auf ihrer schweren BMW K 1200 GT in ihre Mitte und machten sich dann trotz stärker werdenden Regens gemeinsam mit Pfarrerin Busch und Pfarrer Vogel, die inzwischen in ihre Motorradkluft geschlüpft waren, auf eine rund 40 Kilometer lange Strecke, um am Ende zu einem gemütlichen Beisammensein zum Ausgangspunkt zurückzukehren und später mit dem Hochzeitspaar in Cölbe weiterzufeiern.

von Karin Waldhüter

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