Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 12 ° heiter

Navigation:
Bescherung schon am 17. Dezember

Spender gibt 300 000 Euro für sein Dorf Sindersfeld Bescherung schon am 17. Dezember

Beifall des ganzen Hauses gibt es bei den Sitzungen der Kirchhainer Stadtverordnetenversammlung selten. Am Montagabend gab es einen solchen seltenen Moment.

Voriger Artikel
Kommen, schauen, kaufen, schmecken
Nächster Artikel
Kratz‘sche Scheune zieht die Trennlinie

Sindersfeld ist ein besonders schönes Dorf mit einer sehr aktiven Dorfgemeinschaft. Diese profitiert nun von der großherzigen Spende eines Mitbürgers. Archivfoto: Matthias Mayer

Kirchhain. Der Anlass war aber auch entsprechend, denn der Stadtteil Sindersfeld erlebte schon am 17. Dezember eine Bescherung der besonderen Art. Ein Sindersfelder, der namentlich nicht genannt werden möchte, spendete seinem Dorf 300000 Euro. Das berichtete Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) vor der Stadtverordnetenversammlung: „Jemand aus Sindersfeld ist in die große weite Welt gezogen, hat aber seine Heimat nicht vergessen. Er kommt zurück und möchte die Leute an seinem Glück teilhaben lassen.“ Spontaner Beifall aller Fraktionen brandete auf und Kirchner sagte: „Das ist einfach märchenhaft.“

Dann verlas er die Beschlussvorlage des Magistrats, die er als Dringlichkeitsantrag zusätzlich auf die Tagesordnung gebracht hatte. „Die Stadtverordnetenversammlung beauftragt den Magistrat, eine Spende in Höhe von 300 000 Euro zur Förderung der Heimatpflege und der kulturellen Beteiligung im Stadtteil Sindersfeld anzunehmen.“ Diese Vorlage wurde vom Parlament einstimmig angenommen.

Der Spender knüpft seine Spende an eine Bedingung. Das Geld soll ausschließlich für die Förderung der Heimatpflege und die kulturelle Beteiligung in Sindersfeld verwendet werden.

Nachdem das Geld eingenommen worden sei, müsse ein Konzept erarbeitet werden, wie die Mittel für den Stadtteil am sinnvollsten im Sinne des Spenders verwendet werden könnten, heißt es in der Beschlussvorlage. Dabei solle der Ortsbeirat eingebunden werden. Ihre Vorstellungen sollen aber auch der Spender und weitere Interessierte einbringen können.

In der hinteren Reihe der Stadtverordnetenversammlung saß die Ortsvorsteherin des knapp 400 Einwohner zählenden Sindersfeld, Elke Schall, und strahlte. „Das ist für uns wie ein Sechser im Lotto. Was Besseres konnte uns nicht passieren“, sagte sie im Gespräch mit der OP. Sie erzählte, dass der Spender in Sindersfeld geboren sei, dann aber lange Zeit in München gelebt habe. Jetzt sei er wieder in seine Heimat gezogen. „Er wohnt mit seiner Familie in Sindersfeld, hat dort einen Hof umgebaut und möchte dem Dorf etwas abgeben“, erzählte Elke Schall.

Der Ortsbeirat habe noch nicht über eine mögliche Verwendung der Spendengelder gesprochen erklärte sie und wies damit Gerüchte zurück, wonach das Geld zum Bau eines Gemeinschaftshauses genutzt werden könnte. „Im Januar werden wir eine Sitzung einberufen und dann im Ortsbeirat darüber beraten“, betont sie.

von Klaus Böttcher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr