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Berater sind für Stadt unverzichtbar

Sucht- und Drogenberatung Berater sind für Stadt unverzichtbar

Seit 25 Jahren bietet die Sucht- und Drogenberatung in Stadtallendorf Rat und Hilfe an. Beinahe wäre die Beratungsstelle an den Folgen der „Operation sichere Zukunft“ gescheitert.

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Üben den Schulterschluss bei der Sucht- und Drogenberatung: Sozialdezernent Karsten McGovern, Leiter Rolf Plauth, Berater Wolfgang Meinert, Elke Brixius vom Betreuten Wohnen, Thomas Graf, Fachstelle für Suchtprävention, Maik Dietrich Gibhardt vom Diakonischen Werk und Bürgermeister Manfred Vollmer.

Quelle: Michael Rinde

Stadtallendorf. Die Menschen, die mit Suchtproblemen kämpfen, werden jünger. Das registriert auch die Sucht- und Drogenberatung in Stadtallendorf und Marburg. Allein im vergangenen Jahr betreute die Stelle in der Liebigstraße 166 Klienten. 101 von ihnen stammen aus Stadtallendorf. „Alarmierend“ nannte gestern Bürgermeister Manfred Vollmer (CDU) diese Zahlen. Für ihn sind sie die Begründung für das finanzielle Engagement der Stadt für die Sucht- und Drogenberatungsstelle. „Diese Ausgabe stehen auch nicht zur Disposition, auch wenn die Finanzlage schwierig geworden ist“, betnt Vollmer.

Mittlerweile gibt es diese Einrichtung seit 25 Jahren. Seit dem 1. Januar 2005 steht die Einrichtung unter der Trägerschaft der evangelischen Kirche, ist Außenstelle der Sucht- und Drogenberatung Marburg. Und seit 2006 gehört die zum Diakonischen Werk Oberhessen. Damit lag ihre unsicherste Zeit hinter der Beratungsstelle. Als Folge der Einsparungen des Landes – Teil der „Operation sichere Zukunft“ der Landesregierung im Jahr 2004 – hatten vorher zwei Mitarbeiter ihre Stellen verloren. Dank des Engagements von Stadt, Kreis und Diakonischem Werk überlebte die Einrichtung, wenn auch mit kleinerer Besetzung. Nominell gibt es 2,8 Stellen in Stadtallendorf, verteilt auf vier Teilzeitmitarbeiter. Sie bieten Beratungsgespräche an, begleiten Abhängige, die Medikamente als Ersatz für Heroin bekommen, arbeiten bei der Suchtvorbeugung mit.

Die Zusammenarbeit mit der Marburger Sucht- und Drogenberatung ist sehr eng. So ist dort die ambulante Behandlung konzentriert. „Sie ist in Stadtallendorf nicht möglich“, sagt Berater Wolfgang Meinert. Seine Kollegin Elke Brixius begleitet zurzeit sieben Klienten, die sich für das betreute Wohnen entschieden haben. „Sie sind auf dem Weg in einen geregelten, selbst organisierten Alltag“, erläutert die Sozialarbeiterin. Dabei begleitet sie Brixius, hilft bei der Wohnungssuche oder bei Behördengängen.

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass es die Berater vor allem mit illegalen Drogen und Alkoholproblemen zu tun haben. „Beim Alkoholkonsum werden die Menschen immer jünger und trinken exzessiver“, sagt Rolf Plauth, Leiter der Sucht- und Drogenberatung Marburg. Dort setzt die Arbeit von Thomas Graf von der Fachstelle für Suchtprävention an. Er arbeiten mit Multiplikatoren wie Lehrern zusammen, „Während eines Jahres ergeben sich bis zu 4 000 Kontakte“, sagt Graf, der verschiedene Projekte betreut. Er gibt Pädagogen Verhaltensmöglichkeiten an die Hand, zum Beispiel wenn sie während des Unterrichts mit betrunkenen Schülern konfrontiert sind.

Sozialdezernent Dr. Karsten McGovern verweist auf eine weitere wichtige Funktion der Beratungsstelle: „Wenn Menschen mit Suchtproblemen zu tun haben, trifft das auch Angehörige, die Hilfe brauchen.“

von Michael Rinde

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