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Bekommt die Stadt ein Allwetter-Bad?

Neue Variante in Bäderfrage Bekommt die Stadt ein Allwetter-Bad?

Für Stadtallendorfs Bürgermeister sind noch nicht alle Varianten in der Hallenbadfrage geprüft. Das soll in den nächsten Monaten nachgeholt werden. Vorher soll das Parlament einen vorläufigen Beschluss fassen.

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Beim Aktionstag Hallenbad war auch die Bürgermeinung gefordert.

Quelle: Archivfoto: Alfons Wieber

Stadtallendorf. Zahlreiche Varianten für die Zukunft des Stadtallendorfer Hallenbades hat die Verwaltung in einer 52 Seiten umfassenden Vorlage Ende Januar den Stadtverordneten vorgelegt. Die Entscheidung wurde zunächst vertagt. Sie soll jetzt in der Stadtparlamentssitzung am 29. März fallen. Nach dem Wunsch von Bürgermeister Christian Somogyi soll es aber nur eine vorläufige Festlegung geben. Zunächst soll das Stadtparlament nur feststellen, dass es sich für die Variante "Familienbad mit sportlicher Ausrichtung" entscheidet, also eine Sanierung am jetzigen Standort. Kostenpunkt laut Somogyi: 7,2 Millionen Euro städtischer Anteil plus 1,3 Millionen Euro Landeszuschuss aus dem "Hai"-Programm.

Somogyi will eine weitere Variante durch das Ingenieurbüro prüfen lassen: den Umbau des Freibades zu einem Allwetterbad. Dazu erhielte das Freibadbecken Glasfassaden und ein Glasdach, das sich während der warmen Monate öffnen ließe. Für diesen Prüfauftrag hat Somogyi bereits das Votum des Magistrats, das er sich aber auch vom Stadtparlament noch bestätigen lassen will. Dazu habe er bereits Gespräche auf breiter politischer Basis geführt. Sobald die zusätzliche Allwetterbad-Variante geprüft ist, will er sie diskutieren. Zu Kosten und Machbarkeit könne er aber jetzt noch nichts sagen, betont Somogyi.

Bis zu den Sommerferien will er eine endgültige Entscheidung herbeiführen. Vorher will Somogyi das Thema Hallenbad auch noch einmal vor dem Hintergrund des aktuellen Einzelhandelsgutachten diskutiert wissen. "Wir treffen hier eine Entscheidung, die für 30 bis 40 Jahre bindend ist", begründet er den Gesprächsbedarf. Somogyi hält es für möglich, dass sich die Landesgelder für ein Allwetterbad nutzen ließen. Bisher stand immer im Raum, dass sich der Förderbescheid allein auf eine Badsanierung beschränkt. Dies dürfte zu prüfen sein. Im Gespräch mit dieser Zeitung betont Stadtallendorfs Bürgermeister, dass der Zuschuss vor allem an die Funktion des Bades für den Vereins- und Schulsport gebunden ist. So liest er den Förderbescheid. Klar ist aber für Somogyi: "Auf das Geld vom Land werden wir auf keinen Fall verzichten können. Das können wir uns nicht leisten."

Ein klares Votum pro Sanierung des Bades am jetzigen Standort kommt in aller Deutlichkeit von Wolfgang Schüddemage, Trainer der Schwimmabteilung des TSV Eintracht Stadtallendorf. Er sieht sich darin mit dem Abteilungsvorstand, den Elternvertretern und den Aktiven einig. Schüddemage führt zunächst wirtschaftliche Aspekte ins Feld. Er ist davon überzeugt, dass Stadtallendorf bei jedweder Neubauvariante den Zuschuss verliert. Aus seiner Sicht reicht auch das aktuelle Bad für eine Stadt von der Größenordnung Stadtallendorfs. Nicht zuletzt verweist der erfolgreiche Trainer auf die Erfolge der Eintracht-Schwimmer. "Was in 30 Jahren erreicht wurde, wurde mit der bisherigen Ausstattung geschafft", unterstreicht er.

In der Vergangenheit hatte die Schwimmabteilung große Bedenken gegen eine Sanierung, weil sie mit einer Schließung des Bades über einen langen Zeitraum verbunden wäre. Schüddemage sieht diese Probleme als gelöst an, nachdem die Stadt Ausweichmöglichkeiten unter anderem bei der Bundeswehr und in Mengsberg ausgelotet habe. Für die Fahrt ins Mengsberger Bad sei für Kinder ein Zubringerbus denkbar, sagt Schüddemage.

Bei einem 14-Millionen-Neubau fürchtet er außerdem um die bisherigen günstigen Eintrittspreise in Stadtallendorfs Bädern und um die Sportförderung. Bisher kosten die Stunden in den städtischen Bädern die Schwimmabteilung kein Geld.

Am Dienstagabend diskutierte der Sportausschuss das Thema Hallenbad. Ergebnisse lagen bei Redaktionsschluss dieses Textes noch nicht vor.

von Michael Rinde

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