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Bei Sanierung gilt das "Mikadoprinzip"

Stadtallendorfer Gemeinschaftszentrum Bei Sanierung gilt das "Mikadoprinzip"

Das Kellergeschoss des Stadtallendorfer Gemeinschaftszentrums ist seit einigen Wochen ein Gewirr von neu zu verlegenden Stromleitungen. Die Stadt muss massiv in Elektrotechnik und Brandschutz investieren.

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Das Kellergeschoss des Gemeinschaftszentrums ist eine Baustelle. Kabel hängen aus der Decke, Material verschiedener Art steht im breiten Flur. In der Bücherei (kleines Bild) sind die Regale vorsorglich zugehängt. 

Quelle: Foto: Michael Rinde

Stadtallendorf. Die Buchregale im Obergeschoss sind mit Plastikfolien bedeckt. Ein Stockwerk tiefer, im Kellergeschoss sind Handwerker damit beschäftigt, Kabel neu zu verlegen, Türzargen einzubauen oder Toiletten zu fliesen. Das Gemeinschaftszentrum bekommt Zug um Zug eine unvermeidliche „Frischzellenkur“. Im Vordergrund stehen dabei Elektrotechnik und Brandschutz.

Alles nahm dabei im Beschluss des Stadtparlaments seinen Anfang, die Bücherei um einen Klubraum zu erweitern. Dafür war ein Bauantrag nötig, zumal es sich um eine Nutzungsänderung handelt. Und dabei kam heraus, dass Brandschutz und Elektroanlagen längst nicht mehr den aktuellen Vorgaben entsprachen. Das galt besonders, da inzwischen das Kellergeschoss nicht mehr von Jugendlichen, sondern von Senioren genutzt wird. In den Räumen befindet sich der Seniorentreff „Gemeinsam statt einsam“. Auf diese Situation musste die Stadt nunmehr reagieren, auch was das Fluchtwege-Konzept angeht. Wie sich herausstellte, gilt auch für das Gemeinschaftszentrum dabei das „Mikadoprinzip“: Wird an einer Stelle begonnen, so ergeben sich aufgrund von Gesetzesvorgaben schnell weitere Zwänge bei anderen Bereichen.

Inzwischen geht es bei den laufenden Arbeiten also längst nicht mehr um die Bücherei-Erweiterung. Die folgt aller Voraussicht nach erst im letzten Bauabschnitt, im Jahr 2014. Denn zunächst will Sigrid Waldheim, Leiterin des städtischen Eigenbetriebs Dienstleistungen und Immobilien (DuI), ein sehr drängendes Problem angehen: die Sanierung des Gebäudedaches. Wie Waldheim gegenüber dieser Zeitung erläuterte, ist die Dämmung des Daches mittlerweile komplett durchnässt. Es mache keinen Sinn, darunter liegende Räume zu sanieren, wenn das Dach nicht vorher dicht sei, erläuterte Waldheim. In der ersten Planung für die Sanierung des Gebäudes hatte sie die Dacherneuerung erst in zwei Jahren angepeilt. Doch inzwischen ist klar, wie marode das Flachdach mittlerweile ist und wie groß der Handlungsbedarf.

Doch diese Dachsanierung wird DuI einiges Geld kosten. Waldheim schätzt, dass die Kosten zwischen 250000 und 300000 Euro liegen dürften. Aktuell gibt DuI ebenfalls 300000 Euro für die technische Sanierung einschließlich der Schaffung neuer Fluchtwege aus. Hinzu kommen weitere 50000 Euro, die ursprünglich nicht ausgegeben werden sollten. Kurzfristig hat sich DuI entschieden, auch die Toilettenanlagen im Kellergeschoss zu erneuern. Sie sind in Zukunft senioren- wie auch behindertengerecht gestaltet. Die Räume haben eine ausreichende Größe bekommen, ebenso wie die Türen. „Wir sind der Anregung der Senioren nachgekommen, die über den Zustand der bisherigen Toiletten geklagt hatten“, sagt Waldheim.

Auch der Einbau einer neuen Gasheizung ging für DuI ins Budget. Bisher wurde das Gemeinschaftszentrum vom Hallenbad mitversorgt. Doch das Bad wird im nächsten Jahr saniert, dann bliebe das Gemeinschaftszentrum unversorgt, zumal auch das Blockheizkraftwerk im Hallenbad ausgetauscht werden wird. Ein Metallschornstein an der Außenwand des Gebäudes kündet davon, dass die neue Heizanlage bereits ihren Betrieb aufgenommen hat. Bedingt durch die längere Unsicherheit über die Zukunft des Gemeinschaftszentrums und des Hallenbades hatte die Stadt ihre Sanierungspläne zeitlich aufgeschoben. Nachdem klar war, dass das Hallenbad saniert und das Gemeinschaftszentrum nicht angetastet wird, lief die Sanierung an.

Sigrid Waldheim schätzt, dass alle Arbeiten im Kellergeschoss bis Jahresende erledigt sind. „Wir sind bereits beim Aufbauen, nicht mehr beim Abreißen“, unterstreicht sie.

von Michael Rinde

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