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Ostkreis Bedrohung, aber kein Grund zur Panik
Landkreis Ostkreis Bedrohung, aber kein Grund zur Panik
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19:05 20.04.2016
Dr. Reinhold Siede zählte zu den vier Fachreferenten, die vor 300 Imkern im Kirchhainer Bürgerhaus Methoden gegen den Parasitenbefall vorstellten. Foto: Yanik Schick
Kirchhain

Die Varroamilbe ist nur etwa einen Millimeter lang und ursprünglich in Asien beheimatet, dennoch bereitet sie den Imkern hierzulande seit Jahren Kopfzerbrechen. Ende der 1970er-Jahre kam der Parasit vermutlich mit importierten Bienen nach Europa. Heute ist er nahezu weltweit verbreitet.

Im Bienenstock angekommen ernährt sich die Milbe vom Blut der Honiglieferanten, verbreitet Viren über die Bisswunden und legt ihre Eier in die Brut-Zellen. Dort richtet sie den größten Schaden an, weil junge Bienen noch nicht resistent genug gegen die Milbe sind und deshalb in vielen Fällen schon kurz nach dem Schlüpfen sterben.

Auch andere Umstände, wie der zunehmende Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft oder der Klimawandel, setzen den nützlichen Insekten stark zu. Dennoch sei die Varroamilbe „Bienenkiller Nummer eins“, sagt Forscher Dr. Reinhold ­Siede, einer der Referenten der ­Vortragsreihe in Kirchhain.

In Deutschland jedenfalls sind in der jüngeren Vergangenheit erhebliche Völkerverluste zu verzeichnen: existierten im Jahr 1990 noch 1,2 Millionen Völker, sind es aktuell nur noch etwa 800000.

Das zeigt: Für die Imker ist der Schutz vor den Parasiten inzwischen eine unausweichliche Aufgabe. Die Info-Veranstaltung im Kirchhainer Bürgerhaus sollte den rund 300 Teilnehmern einen tiefgreifenden Einblick geben, wie Bienenvölker langfristig erhalten werden können. Neben Siede berichteten auch Dr. Annely Brandt, Dr. Marina Meixner und Dr. Otto Boecking über den aktuellen Forschungsstand.

„Es sind bereits alle Stöcke infiziert, wir werden die Milbe dort auch nie wieder herausbekommen“, stellte Moderator Dr. Ralph Büchler, der Leiter des Kirchhainer Bieneninstituts, klar. Man könne den Befall allerdings erheblich eindämmen - beispielsweise durch eine artgerechte Haltung der Bienen. „Den Bienen geht es immer nur so gut, wie die Standortverhältnisse sind. Ich muss schauen: Sind ausreichend Nektar und Pollenvorhanden, passen die klima-tischen Bedingungen?“

Unabdingbare Voraussetzung dafür: eine fachgerechte Imker-Ausbildung. Als reiner ­Amateur ein Bienenvolk zu züchten, funktioniere laut Büchler nicht.

Trotz des Bienensterbens in der Vergangenheit sieht er die Existenz der Pflanzenbestäuber übrigens nicht gefährdet. „Man kann die Völker sehr gut vermehren, gerade in der jetzigen Jahreszeit.“ Außerdem erlebe die Zahl der Imker in Deutschland „seit sechs, sieben Jahren“ wieder einen Zuwachs.

von Yanik Schick

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