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Ostkreis Baum ist Vorbote des Nahwärmenetzes
Landkreis Ostkreis Baum ist Vorbote des Nahwärmenetzes
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16:54 01.04.2014
Während Dr. Bernhard Traulich (vorne, von links), Michael Richter-Plettenberg und seine Chefin, Landrätin Kirsten Fründt, schippen müssen, hält Dr. Norbert Clement, der Fachbereichsleiter Erneuerbare Energien beim Landkreis, den Baum in Position.Foto: Lerchbacher
Mardorf

„Weg von Großkonzernen, die die Preise diktieren, hin zu Bürgern und lokaler Wertschöpfung - das ist der richtige Weg“, sagte Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg am Montagabend während des ersten Spatenstiches für das Nahwärmenetz Mardorf -für dessen Umsetzung die Bioenergiegenossen einen „langen Weg mit einigen Schleifen“ hatten gehen müssen.

Auch Dr. Bernhard Traulich, der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, erinnerte an den steinigen Weg: Ursprünglich hatten 210 Haushalte Interesse an einem Anschluss an das Nahwärmenetz bekundet (die OP berichtete). Nun machen (vorerst) 110 Haushalte mit. Traulich sprach von einer „tragfähigen und tollen Lösung“ und zeigte sich gleichzeitig sicher, dass noch mehr Mardorfer sich anschließen lassen: Entweder sie springen auf den fahrenden Zug auf, wenn die Straßen wegen des Baus ohnehin geöffnet sind. Oder sie beteiligten sich, wenn sie sehen, „dass alles funktioniert“, mutmaßte er und gab an, dass 210 weiterhin die Zahl sei, „die wir erreichen wollen“. Fest stehe, „dass wir auf einem guten Weg sind“.

Landrätin Kirsten Fründt freute sich, dass sich die Mardorfer auf den Weg in Richtung Nachhaltigkeit machten und ihren Teil zur Energiewende beitrügen. Am Wochenende hatte sie in Erksdorf das Nahwärmenetz eingeweiht, nun nahm sie in Mardorf am ersten Spatenstich teil. „Wenn das so weitergeht, bin ich sehr zuversichtlich, dass der Landkreis wie geplant zum Jahr 2040 energieautark ist.“ Der Weg über ein Nahwärmenetz sei allerdings nicht der einzige, der zu diesem Ziel führe. Sie wünsche den Mardorfern Kraft - die sie nicht verlieren mögen: „Es wird immer Höhen und Tiefen geben“, betonte sie und verwies darauf, dass die Genossen bereits einige davon durchlebt hätten.

Fast vier Millionen Euro kostet das Projekt, das in zwei Bauabschnitten umgesetzt wird. Sechs Kilometer Trasse und 110 Anschlüsse sind geplant - eine Erweiterung bis auf 210 Anschlüsse ist aber weiterhin möglich. 300000 Liter Heizöl jährlich sparen die Genossen nach derzeitigem Stand insgesamt ein. Die ersten Bagger sollen am 22. April rollen und Gräben ziehen. Am Montag gab es zwar den ersten Spatenstich beziehungsweise die ersten Spatenstiche - mit diesen gruben Traulich, Fründt und Richter-Plettenberg jedoch kein Loch, sondern füllten eines: Darin befand sich eine von den Waldinteressenten zur Verfügung gestellte Traubeneiche - der aktuelle Baum des Jahres. Die Eiche habe eine wesentlich höhere Lebenserwartung als alle Anwesenden, entsprechend sei sie ein Zeichen der Nachhaltigkeit - und auf Nachhaltigkeit sei das Projekt schließlich ausgerichtet, betonte Traulich. Pfarrer Günter Wondrak segnete den Baum, „die Anlage der Nahwärmegewinnung“ und das gesamte Projekt. Für den unterhaltsamen Abschluss der Veranstaltung sorgte der Bürgermeister mit seinem Wunsch: „Ich hoffe, dass die Genossenschaft das Projekt schafft - und nicht, dass das Projekt die Genossen schafft.“

von Florian Lerchbacher

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