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Ostkreis Awo wagt den ganz großen Wurf
Landkreis Ostkreis Awo wagt den ganz großen Wurf
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00:19 13.09.2018
Erster Stadtrat Otmar Bonacker (von links), Bürgermeister Christian Somogyi, Altenzentrums-Leiterin Hedwig Clasani, Geschäftsführer Michael Schmidt, Jochen Schönleber (Sparkasse ­Marburg-Biedenkopf) und Michael von Bredow (Sparkasse Schwalm-Eder) vollzogen den ersten Spatenstich gemeinsam. Quelle: Michael Rinde
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Stadtallendorf

Die Bäume auf dem Baufeld sind schon länger gerodet; ein Bauzaun markiert, dass es in diesen Tagen losgeht. Für kalkulierte 14,64 Millionen Euro baut die Awo einen Ersatz für ihr „Hochhaus“ am Lohpfad und saniert den Gebäudeteil, in dem vor allem der Speisesaal untergebracht ist. Am Freitag (7. September) gab es den ersten Spatenstich.

Das sei ein „sehr, sehr großer Tag für die Awo“ und auch für sie selbst, sagte Hedwig Clasani bei der Begrüßung. Sie ist die Leiterin des Awo-Alten­zentrums. Fünf Jahre liegen zwischen den ersten Überlegungen und dem Baubeginn. Erste Gespräche über das Großprojekt hatte es im Februar 2013 gegeben.

Dass Handlungsbedarf besteht, war bei der Awo in den vergangenen Jahren stets unbestritten. „Für uns ist das das größte Projekt, das die Awo Nordhessen je geplant hat“, sagt Geschäftsführer Michael Schmidt bei seinen Erläuterungen.

Es entstehen 112 (statt bisher 109) stationäre Pflegeplätze. Neu hinzu kommen 14 ­Plätze für die Kurzzeitpflege und 16 Tagespflegeplätze. „Wir stellen fest, dass der Bedarf nach Kurzzeit- und Tagespflege immer größer wird“, sagt Schmidt. Diesem Bedarf kann die Awo in den bisherigen Räumen nicht Rechnung tragen.

Der erste Bauabschnitt, der Neubau, macht den größten Teil der Gesamtinvestition aus. Für ihn sind 10,34 Millionen Euro veranschlagt. Bis 2020, so die Einschätzung der Bauplaner, soll das Gebäude stehen. Alles geschieht im laufenden Betrieb des Altenzentrums mit all seinen Bewohnern und Awo-Mitarbeitern.

Es entsteht ein in den Hang gebautes, bis zu vier Stockwerke hohes neues Gebäude, untergliedert in sieben Wohnbereiche. Es sind durchweg Einzelzimmer vorgesehen. Alle Zimmer der Bewohner sollen in Südlage liegen.

Kauft Investor das alte „Hochhaus“?

Die Sanierung des großen Speisesaal-Gebäudes samt Küche folgt anschließend. „Alles wird dann wie neu sein“, so der Awo-Geschäftsführer. Was wird aber aus dem „Hochhaus“ mit den bisherigen Patientenzimmern? Dazu gab sich Michael Schmidt am Freitag noch sehr zurückhaltend.

Es gebe für dieses Gebäude Gespräche mit einem Investor, der es dann auch sanieren werde. „Ich bin da sehr zuversichtlich, dass das klappt“, war nur dazu zu hören. Mit einer Entscheidung rechnet der Awo-Geschäftsführer in einigen Monaten.

Ausdrücklich würdigte Schmidt gestern die Unterstützung der Stadt Stadtallendorf bei den Vorplanungen. „Sie haben uns gedrängt, anzu­fangen, und Sie haben uns gefördert“, sagte er in Richtung der kommunalen Vertreter bei der kleinen Feier. 

Bürgermeister Christian Somogyi nannte das Neubauprojekt samt der Sanierungspläne „einen Baustein für die Weiterentwicklung unserer Stadt“. Er verwies auf die Bedarfe an Pflegeplätzen unterschiedlicher Art angesichts der Altersstruktur in Stadtallendorf.

Einen Mehrbedarf an stationären Pflegeplätzen sieht die Awo nach den aktuellen Statistiken zur Stadtentwicklung nicht. Gemeinsam mit dem Pflegeheim St. Bonifatius der Caritas sei der Bedarf für Stadtallendorf damit gedeckt. Den Zusatzbedarf sieht die Awo eher bei Tages- und Kurzzeitpflege.

Personell sieht sich die Awo in ihrem Altenzentrum Stadtallendorf sehr gut aufgestellt. Derzeit arbeiten dort 108 Mitarbeiter. Nach Ende des gesamten Bauprojektes werden es laut Schmidt dann 120 sein. „Den Mehrbedarf können wir allein schon durch unsere eigene Ausbildung bereits decken“, erläutert er im Gespräch mit der OP.

Eine besondere Würdigung bekam Altenzentrums-Leiterin Hedwig Clasani. Sie sei das „liebevolle Gesicht“ der Ein­richtung, sagte Schmidt; ähnlich formulierte es Bürger­meister Somogyi.

Die Millioneninvestition wird von den Sparkassen Schwalm-Eder und Marburg-Biedenkopf finanziert. „Wir stehen zu dem, was gut für die Region ist“, kommentierte Jochen Schönleber, Mitglied im Vorstand der Sparkasse Marburg-Biedenkopf.

von Michael Rinde

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