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Ostkreis Ausstellung weckt Erinnerungen an alte Schule
Landkreis Ostkreis Ausstellung weckt Erinnerungen an alte Schule
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19:00 08.09.2011
Stausebachs Ortsvorsteher Jürgen Bromm zeigt vor dem früheren Schulgebäude ein Klassenbuch aus dem Jahr 1875. Quelle: Klaus Böttcher

Stausebach. Ortsvorsteher Jürgen Bromm hat mit viel Mühe und Zeitaufwand eine Ausstellung zusammengetragen, die er am Sonntag der Öffentlichkeit zeigen möchte. „40 Jahre nach Schließung der Volksschule Stausebach“ hat er sie genannt. Er wird sie in der Kirche präsentieren.

Das alte Schulgebäude wurde 1797 erbaut und steht heute noch gleich neben der Kirche. Seit der Schließung 1971 war das Gebäude privat vermietet. Heute ist die frühere Schule ein Wohnhaus. Der frühere Durchgang von der Kirche in die Schule ist ebenfalls längst zugemauert. Durch den Durchgang kamen die Schüler zum Gottesdienst vor dem Unterricht. Bromm hat sehr viele alte Raritäten gesammelt. Dazu zählen beispielsweise eine ganze Reihe alter Schulbücher aus der Zeit von 1820 bis 1935. Es gibt Rechenbücher, Religionsbücher oder Geschichtsbücher, aber auch das Buch von Robinson Crusoe oder eines von 1935 mit dem Titel: „Lehrbuch der Säuglingspflege“.

Zu sehen ist ein Klassenbuch, dessen Aufzeichnungen am 26. Mai 1844 beginnen, und das noch recht gut erhalten ist. Ein anderes in überdimensionaler Größe stammt aus der Zeit von 1875 bis 1892. Es ist äußerlich beschädigt, aber die Einträge sind noch lesbar.

Zu den Raritäten gehören Wandtafeln, zum Beispiel aus der Zeit der Neandertaler oder einer Ritterburg aus dem 13. Jahrhundert. Neben alten Landkarten sind Schiefertafeln und Griffelkästchen mit Inhalt ebenso zu bewundern, wie ein Album mit Postkarten.

Die Postkarten schickten Soldaten an Lehrer. Enthalten sind teilweise auch die Antworten. Zu den Ausstellungsstücken zählen eine Schulchronik und die handschriftlichen Unterlagen der letzten Lehrerin Friederike Pfaff. Zu bewundern sind viele Klassenfotos. Das Älteste ist aus dem Jahr 1900, das Jüngste stammt aus dem Jahr 1970 von der letzten Einschulung.

Die Ausstellung ist am Sonntag nach dem Gottesdienst von 11 bis 17 Uhr in der Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt zu sehen. Um allen Bürgern die Besichtigung der Ausstellung zu ermöglichen, wird am Montag nach dem Gottesdienst, der um 9.30 beginnt, die Ausstellung nochmals in der Kirche zu sehen sein. „Am Kirmesmontag kommen viele zu uns, die sich zu Stausebach zugehörig fühlen“, sagt Jürgen Bromm. Er bietet außerdem am Sonntag um 12.30 und 15 Uhr Kirchenführungen an.

von Klaus Böttcher

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