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Ausschuss lehnt Schulverbund ab

Wohratal Ausschuss lehnt Schulverbund ab

Vom Sozial- und Schulausschuss des Wohrataler Gemeindeparlaments ging eine klare Botschaft aus: Ein denkbarer Verbund zwischen Mittelpunktschule und Grundschule Wohra wird abgelehnt.

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An der Mittelpunktschule Wohratal gibt es mehr Anmeldungen als es der Entwurf des Schulentwicklungsplanes noch vorhersagt. Foto: Michael Rinde

Wohratal. Die Gemeinde Wohratal bezieht nun doch klar Position zum Schulentwicklungsplan-Entwurf. Es soll weder bei der Mittelpunktschule (MPS) Wohratal noch bei der Grundschule in Wohra in den nächsten fünf Jahren Änderungen geben. So steht es im Entwurf, den der Kreistag im Dezember verabschieden soll. Dieser Plan muss dann vom Kultusministerium genehmigt werden.

Am Donnerstagabend diskutierte der Sozial- und Schulausschuss die weiterführenden Aussagen, die in dem Planentwurf für die beiden Schulen stehen (diese Zeitung berichtete). Mit dabei waren Michael Vaupel, Leiter der MPS, und Jürgen „Ben“ Bender von der Grundschule Wohra in Vertretung der Schulleiterin.

Die Ausschuss-Sitzung mit den beiden Pädagogen ging auf einen SPD-Antrag zurück, die die ergänzenden Erläuterungen im Planentwurf als alarmierend empfunden hat. Beispielsweise spricht der Planentwurf von Schuldezernent Dr. Karsten McGovern allgemein von „Handlungsbedarf“ bei der MPS angesichts gesunkener Schülerzahlen. Doch: Der Planentwurf hat die aktuelle Entwicklung der Schule nicht berücksichtigt. Im Schuljahr 2012/2013 liegen die Anmeldungen über den früheren Prognosen.

Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass erstmals auch acht Kinder aus Burgholz die Mittelpunktschule besuchen. Inzwischen gibt es auch für den Kirchhainer Stadtteil nämlich eine Fahrgelderstattung. Schulleiter Michael Vaupel will aber nicht von einem Trend nach oben reden. Klar ist aber, dass das Thema Verbund mit der Alfred-Wegener-Schule wohl erst mal vom Tisch ist. „Die Aussagen im Schulentwicklungsplan verschaffen uns erst mal Zeit, wenn das Kultusministerium den Plan so genehmigt“, sagte Vaupel. Qualitativ sieht der Schulleiter die MPS weiter auf sehr gutem Weg.

Positiver als im Plan noch erwartet sieht auch die Schülerzahl-Entwicklung an der Grundschule Wohra aus. Die Prognosen beruhen auf Zahlen aus dem Jahr 2009. Erstmals seit langem gab es dort bei Schuljahrsbeginn wieder vier „Jahrgänge“, sprich Klassen. Im Entwurf des Schulentwicklungsplanes steht zur Grundschule Wohra, dass nach Ablauf des Planes 2017 über weitere Verbünde, etwa mit der MPS, nachzudenken wäre. Pädagoge Ben Bender hat dazu eine eindeutige Meinung: „Ein Verbund ist ein erster Schritt zur Auflösung.“

Deshalb wird in der Stellungnahme der Gemeinde an den Kreis als Schulträger auch eine ebenso deutliche Aussage stehen, dass ein Schulverbund abgelehnt wird. Für Wohratal sind die beiden Schulen ein ganz herausragender Standortfaktor. „Sie sind für uns existenziell“, formulierte es Klaus-Dieter Engel deutlich. Darum will die Gemeinde auch klar betonen, dass sie die Formulierungen im Planentwurf „nicht ohne Sorge“ zur Kenntnis genommen hat. Die Ausschussmitglieder zeigten sich nach den Erläuterungen der beiden Lehrer absolut einig und verständigten sich auf eine gemeinsame Stellungnahme, beruhend auf dem SPD-Antrag.

Die beiden Pädagogen sehen für ihre Schulen hohes Potenzial für die Zukunft. „Darum ist es wichtig, dass wir mit Qualität überzeugen“, betonte Ben Bender. Wie es nach dem Jahr 2017 definitiv mit der Schullandschaft im gesamten Landkreis weitergehen wird, ist ohnehin nur sehr eingeschränkt vorauszusagen. „Was dann geschieht weiß noch keiner. Die Kinder, um die es dann geht, sind noch nicht geboren.“

von Michael Rinde

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