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Aus dem Schandfleck wird ein Blickfang

Ortsverschönerung Aus dem Schandfleck wird ein Blickfang

Das Anwesen der Eheleute Schmitt in der Arenecke ist dank seines parkähnlichen Gartens ein echter Blickfang. Das sagen die Momberger, und dieser Meinung ist auch die Stadt Neustadt.

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Kunibert Schmitt wurde für die Gestaltung seines Hofs mit Platz eins belohnt. Die Preisträger sind neben Schmitt (von links, kleines Bild) Dieter Schmitt, Eva und Michael Hartmann sowie Klaus Giesa. Horst Kurz fehlt.Fotos: Florian Lerchbacher

Momberg. Dort, wo vor einigen Jahren noch ein verfallenes Haus stand, ist nun ein nahezu englischer Garten zu sehen, durch den ein kleiner Fußweg führt. Als „parkähnliche Anlage“ bezeichnete die Stadt Neustadt das Anwesen. „Es war die ganze Zeit unstrittig, dass Kunibert Schmitt den ersten Preis bekommt“, betonte Bürgermeister Thomas Groll während er verschiedene Initiativen auszeichnete, die der Verschönerung des Stadtbildes dienen.

„Ich wollte etwas Schönes schaffen“, erinnert sich Schmitt zurück. Also kaufte er das verfallene Haus „Arenecke 7“ und ließ es nach Verhandlungen mit der Denkmalpflege abreißen. Dann machte er sich gemeinsam mit seiner Frau Maria an die Umgestaltung - und hatte dabei einen Hintergedanken: Auf der anderen Straßenseite ist ein kleiner Platz, den die Anwohner der Arenecke einst für einen Umtrunk nutzten. Allerdings ist er räumlich stark begrenzt - ganz im Gegensatz zu Schmitts neu gepflastertem Hof: „Den können wir dann auch nutzen, wenn gefeiert wird. Und so haben wir auch etwas dazu beigetragen, um die Gemeinschaft zu pflegen“, erklärt der Momberger und freut sich, dass ein Mitbürger ihn für den Preis vorgeschlagen hatte.

Preisträger stammen aus dem gesamten Stadtgebiet

In diesem Jahr kommen die Preisträger aus dem gesamten Stadtgebiet. Platz zwei erreichte Klaus Giesa der AG 60plus der SPD - die allerdings eine parteiunabhängige Initiative sei, wie der Mengsberger betont. Die Gruppe hat sich den öffentlichen Sitzgelegenheiten des Dorfes angenommen und entweder Ruhebänke aufgearbeitet oder gleich neue aufgestellt. „Mein Ziel ist es, dass alle 100 Meter eine Bank steht, auf der wir Senioren uns ausruhen können“, sagt der humorvolle Rentner, philosophiert über das Von-Bank-zu-Bank-Hüpfen und sieht es als Selbstverständlichkeit an, dass sich seine Gruppe auch um die Pflege der momentan 24 Sitzgelegenheiten kümmert.

Aus Speckswinkel kommen in Horst Kurz und Dieter Weber gleich zwei Preisträger. „Sie stehen exemplarisch für alle, die sich ehrenamtlich während der Helfertage engagieren“, sagt Groll und hebt hervor, dass die beiden Speckswinkler stets dabei seien: „Sie fragen auch nicht, ob Werkzeug mitgebracht werden muss oder wer das Benzin zahlt. Sie packen einfach an und setzen sich für ihren Heimatort ein.“ Kurz pflegt seit mehr als zehn Jahren mit seinen eigenen Maschinen Pflanzen auf dem Friedhof. Weber engagiert sich bei Arbeitseinsätzen beispielhaft und bringt eigene Ideen ein.

Die fünfte Auszeichnung geht an die Eheleute Eva und Michael Hartmann, die in der Kernstadt das Grundstück „Im Hattenrod 7“ kauften und sanierten. Als „Schmuckstück“ bezeichnet der Bürgermeister das Anwesen und freut sich, dass junge Leute sich engagierten: „Es ist gut, dass jüngere Menschen nicht wegziehen sondern leer stehende Gebäude kaufen und sanieren.“

„Eine kleine Kommune lebt davon, wie es in ihr aussieht. Bei unserer Größenordnung gibt es eben keine Anonymität, sondern die Leute achten noch darauf, wie es in ihrem Umfeld aussieht“, fasst der Bürgermeister zusammen. Bei der Preisverleihung gehe es nicht um die Höhe des Preisgeldes. Hintergrund sei, dass die Stadt das Engagement ihrer Bürger sehe und zu würdigen wisse.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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