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Aus Rückschnitt wird Totalrasur

Josbach Aus Rückschnitt wird Totalrasur

Die Linden im oberen Teil der Alten Heerstraße in Josbach haben in den vergangenen Tagen Bekanntschaft mit Kettensägen gemacht. Das Ergebnis empört die Anwohner.

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Die gestutzten Josbacher Bäume sollen schon bald wieder wie Linden aussehen.

Quelle: Matthias Mayer

Josbach. „Die Bäume sehen besch… aus“, zitiert Heinrich Möhl aus Josbach einen von sieben Anwohnern aus dem Oberdorf, die sich bei ihm über das äußere Erscheinungsbild der Linden beklagten. Und sie beauftragten den Bewohner des Unterdorfs, den „Oberhess“ von dem optischen Missstand in Kenntnis zu setzen.

Die kräftige Rasur der Bäume war so nicht geplant, wie Bürgermeister Manfred Barth und Ortsvorsteher Michael Emmerich übereinstimmend berichteten.  Weil in der Vergangenheit an stürmischen Tagen immer wieder abgestorbene Äste aus den Lindenkronen abgebrochen und auf die Straße gestürzt waren, sollten die Fachleute vom Bauhof nur das Totholz entfernen.

Bedrohung für gesunde Äste

Was die beiden Forstwirte in den Lindenkronen vorfanden, erwies sich als weitaus schlimmer. Neben reichlich Totholz fanden sich auch gesunde Äste, die unter ihrem hohen Gewicht abzubrechen drohten. „Chef, wenn wir unserer Verkehrssicherungspflicht nachkommen wollen, müssen wir wesentlich mehr machen“, funkte ein Forstwirt und Landschaftsgärtner ins Rathaus. „Bei solchen Lagen sind wir verpflichtet, umgehend zu reagieren“, erklärte der Bürgermeister gegenüber dieser Zeitung. Und so arbeiteten sich die beiden Männer eine ganze Woche lang durch die Kronen – mit deutlich sichtbarem Ergebnis.

Die Bäume werden aber wieder voll ausschlagen, wie die Fachleute dem Bürgermeister und dem Ortsvorsteher versicherten. In zwei Jahren werde man den Rückschnitt kaum noch bemerken, mutmaßte Manfred Barth.

„Die Sicherheit geht vor, es musste einfach sein“, verteidigte der Ortsvorsteher den Eingriff. „Die Mitarbeiter des Bauhofs haben mir erklärt, dass sie sehr viel Gewicht aus den Bäumen nehmen mussten – auch um das Nachwachsen gesunden Astwerks zu ermöglichen“, erklärte Michael Emmerich, der das Baumproblem für Josbach noch nicht für abgearbeitet hält. „Am Bürgerhaus haben wir die gleichen Schwierigkeiten. Auch dort stürzen abgestorbene Äste aus den Lindenkronen“, sagte der Ortsvorsteher.

Die entsprechenden Arbeiten werden aber erst im kommenden Jahr erledigt werden, kündigte Manfred Barth an: „Wir sind in der Alten Heerstraße auf den letzten Drücker fertiggeworden. Wenn erst einmal der Saft in die Bäume schießt, können sie bei einem Rückschnitt ernsthaften Schaden nehmen.“ Für das kommende Jahr kündigte Barth entsprechende Arbeiten auch für die Kernstadt an: Die Bäume werden dann so aussehen wie jetzt in Josbach.

von Matthias Mayer

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