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Aus Grabstein wird ein Wappen

Engagement Aus Grabstein wird ein Wappen

In Stein gemeißelt ziert das Wappen der Stadt Rauschenberg den Eingangsbereich des Ernsthäuser Dorfgemeinschaftshauses, das die Bürger liebevoll Storchennest nennen.

Ernsthausen. Geschaffen wurde das kleine Kunstwerk von Konrad Weisheit. Bereits vor einigen Jahren hatte er in der Gemarkung einen zugewachsenen und völlig vermoosten alten Grabstein gefunden. Dieser war offensichtlich beim Einebnen einer Grabstätte achtlos über eine Böschung in die Büsche geworfen worden, vermutet er. Da es Sandsteine in dieser Farbe und Qualität in unserer Region nicht gibt, hatte Weisheit ihn zu sich nach Hause geholt - getreu dem Motto: Man könnte ihn ja vielleicht nochmal gebrauchen. Und natürlich sollte der stets engagierte Ernsthäuser Recht behalten.

Anfang des Jahres war ihm dann die Idee gekommen, das Wappen der Stadt Rauschenberg in diesem Stein zu verewigen. Zunächst hatte er sich eine Kopie des Wappens bei der Stadtverwaltung besorgt und dieses dann zeichnerisch auf den gewichtigen Stein übertragen. „In meinem Haus habe ich eine kleine Werkstatt. Da ist es schön warm und dort habe ich gearbeitet“, berichtete Weisheit.

Nicht einmal zwei Wochen benötigte er für die Fertigstellung des Wappenreliefs. „Man muss sehr aufpassen und darf immer nur ganz wenig Material wegnehmen, sonst ist mit einem falschen Hammerschlag die ganze Arbeit und Mühe dahin“, betonte Weisheit und freute sich, dass sein fertiges Kunstwerk bei Bürgermeister Michel Emmerich und Mitarbeitern der Verwaltung große Anerkennung und Bewunderung hervorgerufen habe.

Auch dem von Weisheit vorgeschlagenen „Standort Storchennest“ hätten die Verantwortlichen sofort zugestimmt. Allerdings musste der Stein, der ursprünglich eine Dicke von fast 20 Zentimetern gehabt hatte und damit zum Aufhängen viel zu schwer war, noch in seiner Gesamtstärke reduziert werden.

Diese Arbeit übertrug Weisheit einem Steinmetzbetrieb aus Gemünden, der kostenlos die Wappenscheibe in einer Stärke von rund fünf Zentimetern abschnitt. Mit einer Halterung aus Edelstahl und einem zusätzlichen Sicherungsbolzen versehen montierten Konrad Weisheit und Walter Müller das Wappen anschließend im Treppenabgang des Storchennestes unter dem Foto des alten Ortskerns. Der Rest des Steins, mit dem Weisheit sicher auch noch etwas anfangen kann, wartet bei ihm zu Hause noch auf ein neues Motiv.

von Alfons WieberEr

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