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Ostkreis Auf kleinem Platz zeigen Kirchhainer große Kunst
Landkreis Ostkreis Auf kleinem Platz zeigen Kirchhainer große Kunst
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06:16 05.04.2012
Erna Messik zeigte den Besuchern, wie sie beim Eierfärben mit Naturfarben arbeiten können.
Kirchhain

Der familiäre Ostermarkt in der Papiermühle verdient das Prädikat „klein aber fein“. Zum dritten Mal hatte der Arbeitskreis „Dörfliche Kultur“ die Veranstaltung in der Papiermühle organisiert, damit sich die Besucher auf Ostern und den Frühling einstimmen können. Zwar hatten die Aussteller nicht viel Platz, dennoch präsentierten sie sehr vielseitige Wege, Eier zu Kunstwerken umzugestalten. Ob in Wachsmaltechnik aus Mardorf oder der Mehrfarbenbatik-Technik aus dem Hinterland und Rumänien – manche Künstler malten, andere perforierten die Eier, nutzten die Kratztechnik oder belegten sie mit Blattgold.

Doch nicht nur die Eier machten den Charakter des kleinen Marktes aus: Eine kleine Ausstellung zeigt zudem einige Gebildbrote . Auf einer Tafel wurde deren Bedeutung erklärt: Einst waren sie Mittelpunkt kultischer Handlungen. Eine weitere Ausstellung im Eingangsbereich klärte über Hühner und Hühnerhaltung auf – es gab viel Wissenwertes zu erfahren, wobei auch die kritischen Gesichtspunkte nicht fehlen durften.

Die Handarbeit stand jedoch im Vordergrund: Ena Messik vom Arbeitskreis „Dörfliche Kultur“ präsentierte den Besuchern die Technik des Ostereierfärbens mit Pflanzenfarben, während eine Freundin des Arbeitskreises die hohe Kunst der Aquarelltechnik zeigte: Bergrun Neff war aus Darmstadt angereist. „Darmstadt ist eine Jugendstilstadt, deshalb haben ihre Motive viel mit Jugendstil zu tun. Die Schwierigkeit ihrer Technik ist die Gefahr, dass die Farben verlaufen, erklärte Messik und erzählte von einem lustigen Erlebnis: Sie hatte auf ein Ei den Spruch „Dieses kleine Osterei sei ein Sinnbild meiner Treu“ geschrieben. Ein junger Mann sei gekommen und habe gesagt: „Der Spruch ist gut, das Ei kaufe ich, aber glauben tue ich es nicht.“

Amanda Hansen aus Buchenau, ebenfalls ein Mitglied des Arbeitskreises, zeigte, wie man sparsam Umschläge herstellen kann: Dafür schnitt sie alte Kalenderblätter so zurecht, dass sie dann daraus einen Umschlag falten konnte. Und für die Füllung hatte sie auch gleich einen Vorschlag parat: „Meine Blumenkarten passen gut da rein.“

Denn die Karten sind die eigentlichen Kunstwerke. Dafür hatte die Hinterländerin extra bunte Frühjahrsblumen gepresst und zu Kunstwerken auf Karten zusammengefügt. „Die Frühjahrsblumen haben die besten Farben“, ist sie überzeugt.

von Klaus Böttcher