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Auf Irrwegen durch den Energiemais

Neue Attraktion Auf Irrwegen durch den Energiemais

Verloren gehen kann niemand in Mardorfs neuem Maislabyrinth - auch wenn sich die ersten Versuchspersonen große Mühe gaben, dies doch zu tun.

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Der erste Testlauf im Maislabyrinth brachte den Irrgängern eine Menge Spaß – Kathrin Schick (hinten, links) und ihre „Versuchskaninchen“ waren zufrieden.Foto: Florian Lerchbacher

Mardorf. Eigentlich dauert die Durchquerung des Maislabyrinths maximal 20 bis 30 Minuten. Etwa so lange brauchten Elias (9), Lennart (9) und Till (8), um sich ihren Weg durch das Feld von Alexander Rhiel zu bahnen. Fast 40 Minuten waren Michaela Ivo und ihre Kinder Hanna und Jonathan unterwegs, ehe sie zum Eingang zurückkehrten. Den Ausgang hatten sie zwar nicht gefunden, der Spaßfaktor war dennoch groß: „Es war superlustig und hat viel Freude gemacht“, kommentierte Ivo und gab mit einem Lächeln zu: „Ich bin aber natürlich auch nicht gerade die Mrs. Orientierung.“

Etwa einen Kilometer lang sind die Wege, die Alexander Rhiel und seine Freundin, Kathrin Schick, angelegt haben. Schon länger hatte sich der Nebenerwerbslandwirt mit dem Gedanken getragen, ein Maislabyrinth anzulegen. Im vergangenen Jahr nahm das Paar dann eine solche Anlage am Edersee genauestens unter die Lupe und entschied sich, die Pläne in die Tat umzusetzen.

„Das Feld ist anders gesät, daher wollte ich zunächst ein paar Informationen sammeln“, erklärt Rhiel - der am Edersee übrigens nicht den richtigen Weg durch das Labyrinth fand. Säte er sonst nur längs aus, so richtete er für sein Labyrinth-Feld alle zehn Meter querstehende Pflanzenreihen ein. „So kann man maximal zehn Meter weit sehen, dann stehen vier Pflanzenreihen im Weg“, erklärt er.

Allerdings gab es dann erst einmal eine Zeit des bangen Wartens: „Der Mais lag aufgrund des Wetters um und wir dachten schon, dass das nichts mehr wird“, berichtet Schick. Dann kam die Wende, die Pflanzen wuchsen - wenn auch teilweise schief - und schon bald konnten die Mardorfer einzelne Reihen entfernen und die Wege einrichten.

Währenddessen entschied sich das Paar, seine Gäste nicht nur bespaßen sondern auch Wissen vermitteln zu wollen. So finden sich im Maislabyrinth immer wieder Tafeln mit Informationen zur Landwirtschaft: „Wie kommt die Milch von der Kuh bis ins Glas?“ oder „Was passiert, bis aus einem Ferkel eine Bratwurst geworden ist?“ sind nur einige der Fragen, die geklärt werden. „Auf dem Dorf kennen sich viele Kinder noch mit Landwirtschaft und Natur aus - in der Stadt nicht unbedingt“, erklärt Schick die Hintergründe. „Die Landwirtschaft steht oft in schlechtem Licht. Wir wollen für Aufklärung sorgen“, ergänzt Rhiel.

Am Sonntag, 29. Juli, findet ab 14 Uhr am alten Mardorfer Schwimmbad nahe dem Aussiedlerhof zwischen Amöneburg und dem Stadtteil eine Eröffnungsfeier mit gemütlicher Runde und Spielen für Kinder statt. Kaffee und Kuchen sind kostenlos, Schick und Rhiel bitten jedoch um Spenden, die sie der Elterninitiative für leukämie- und tumorkranke Kinder Marburg zukommen lassen wollen.

Der Eintritt ins Labyrinth kostet 1,50 Euro für Kinder und 2,50 Euro für Erwachsene. Es soll bis Anfang Oktober begehbar sein - dann erntet Rhiel seinen Mais, der letztendlich in der Biogasanlage endet.

„Das Labyrinth ist super“, freut sich Elias Schick voller Stolz über das Projekt seines Onkels. Und Michaela Ivo hat ihrem Irrgang auch noch einen positiven Aspekt abgewonnen: „Die Kinder hatten Spaß - und schlafen heute Nacht bestimmt gut.“ Zu guter Letzt noch ein kleiner Tipp für den Besuch: Festes Schuhwerk ist im Labyrinth von Vorteil.

von Florian Lerchbacher

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