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Auch das Votum des Zuhörers zählt

Kirchhainer Bahnhofspläne Auch das Votum des Zuhörers zählt

Zwei Ausschüsse des Kirchhainer Stadtparlaments widmeten sich in einer gemeinsamen Sitzung am Montagabend dem Bahnhofsumfeld. Im Mittelpunkt stand zunächst die Gestaltung des Vorplatzes.

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Diese Musterpflasterungen für den Bahnhofsvorplatz liegen am Bahnhofsgebäude. Die Stadt bereitet auch eine kleine Befragungsaktion bei den Kirchhainer Bürgern vor.

Quelle: Michael Rinde

Kirchhain. Noch einmal stellten die beiden von der Stadt beauftragten Planungsbüro ihre Vorstellungen darüber vor, wie dieser Vorplatz im Laufe dieses Jahres gestaltet wird. Über zwei Stunden widmeten sich Stadtverordnete, Planer, aber auch einzelne der 20 Hörer dem Thema. Inzwischen stand fest, dass sich der Vorplatz durchgängig ebenerdig gestaltet werden kann. Damit hatten die ohnehin in der Kritik stehende Lösung mit Abstufungen von vorneherein schlechte Karten.

Das Planungsbüro von Hans-Hans-Werner Kuhli hatte dennoch an seiner Stufenplanung festgehalten und sie in der Sitzung vor allem als attraktive Abgrenzungsmöglichkeit dargestellt. Horst Barthel hatte in seinem Entwurf auf Stufen gleich verzichtet.

Beide Büros hatten auf die Anregungen reagiert, die es in der Märzsitzung gegeben hatte. Es gab Einzelpunkte, die unter den Anwesenden intensiver diskutiert wurden: zum Beispiel die Frage, ob am Bahnhof tatsächlich fünf Taxiplätze nötig sind, drei am Bahnhofsgebäude, zwei wie bisher vor dem Polizeiposten. Am Ende wird dieses Detail vom Magistrat geklärt werden. Nachfragen gab es auch bezüglich der Kurzzeitparkplätze, die jetzt vor Beginn der Fußgängerzone an der Einmündung Römerstraße bereitstehen. Für deren Erhalt hatten sich Einzelhändler stark gemacht. Doch Bürgermeister Jochen Kirchner stellte klar, dass beim Bau eines Minikreisels solche Parkplätze im Kreuzungsbereich nicht mehr zulässig sind.

Hinsichtlich des Bodenbelags, den der Vorplatz bekommen soll, hatten sich die Parlamentarier zunächst Muster direkt am Bahnhofsgebäude angeschaut. Diese Musterpflasterungen liegen dort noch längere Zeit aus. Die Verwaltung bereitete am Dienstag laut Kirchner eine kleine Befragungsaktion bei den Bürgern vor. Am Ende holte sich Kirchner ein Meinungsbild von den Mitgliedern der Ausschüsse für Wirtschaft und Verkehr und des Bauausschusses zu mehreren Einzelpunkten. Auch das Votum der Zuhörer floss mit ein. Für eine stufenfreie Lösung gab es ebenso eine klare Mehrheit wie für den Einsatz von Gabionen als Begrenzungselemente in Richtung der Bahngleise. Gabionen sind quaderförmige Gestaltungselemente. Mit Grünflächen und Sitzelementen soll der Platz in Richtung des künftigen Minikreisels abgegrenzt werden. Eine große Rolle spielt dabei die Rettungszufahrt, die nach Vorgaben der Bahn auf der rechten Seite des Bahnhofsgebäudes liegen muss.

Danach ging es politisch noch einmal „ans Eingemachte“. Dabei stand der SPD-Antrag zur Diskussion, der noch einmal ein ganz neues Konzept für die gesamte Bahnhofsumfeld-Planung forderte (diese Zeitung berichtete am Samstag).

In ihrer Begründung konzentrierte sich die SPD-Fraktion vor allem darauf, dass die Nutzung des Bahnhofsgebäudes im jetzigen Konzept erst spät eine Rolle spielen wird. Außerdem kritisierte die SPD nochmals deutlich Standort und Größe des geplanten neuen Busbahnhofs und forderte den Verzicht auf den Bau eines Marktgebäudes durch einen Investor. Es sei sinnvoller, auf der dortigen Fläche den Busbahnhof anzusiedeln, argumentierte Wolfgang Budde (SPD), der auch statt eines Minikreisels einen vollwertigen Kreisverkehr einforderte.

Klaus Weber (SPD) widmete sich der Aussage, dass der Regionale Nahverkehrsverband die Stadt zur jetzigen Größe des Busbahnhofs mit sechs Busbuchten gezwungen habe. Das war seinen Recherchen nach nicht der Fall.

Koalition setzt Bebauungsplan durch

Bei der Koalition hatte der SPD-Vorstoß dagegen kaum eine Chance, auch wenn ihm Reiner Nau (Bündnis 90/Die Grünen) „einen gewissen Charme“ bescheinigte, sich dann aber Punkt für Punkt gegen den Antrag wandte. Angelika Aschenbrenner (FDP) kritisierte den SPD-Vorschlag, kleineres Gewerbe auf dem früheren Güterbahnhofsgelände anzusiedeln. „Sie glauben doch nicht, dass uns dort ein Investor ein Grundstück abkauft“, sagte Aschenbrenner. Und Uwe Pöppler erneuerte seine Argumentation, dass alle Punkte bereits diskutiert und entschieden worden seien. Kirchner verwies darauf, dass bis zum 30. April Baurecht bestehen müsse, um Zuschüsse nicht zu verlieren. Mit den Stimmen der Koalition wurde der SPD-Antrag abgelehnt.

Für den Bebauungsplan für das Bahnhofsumfeld gab es hingegen eine klare Mehrheit, die SPD enthielt sich der Stimme. In der Sitzung des Stadtparlaments am 23. April stehen beide Punkte dann zur endgültigen Verabschiedung an.

von Michael Rinde

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