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Ostkreis "Atmen"-Projekt - kaum Zeit zum Verschnaufen
Landkreis Ostkreis "Atmen"-Projekt - kaum Zeit zum Verschnaufen
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18:05 10.03.2015
Tag für Tag wird lastwagenweise Erde auf der Deponie angeliefert, die der Betreiber dann, so der Bürgermeister, „modelliert, wie wir es brauchen“.Foto: Lerchbacher
Amöneburg

„Der ehemalige Steinbruch ist ein Filetstück, das wir veredeln wollen“, sagt Michael Richter-Plettenberg über die derzeitige Erddeponie, die die Stadt in nicht allzu ferner Zukunft für touristische Zwecke nutzen möchte. „Es handelt sich um eine Fläche in einer fantastischen Landschaft, die idealer Standort für Freizeiteinrichtungen ist“, ergänzt der Bürgermeister - der sich gedanklich von den Plänen für eine Veranstaltungshalle zwar nicht verabschiedet, aber die Ansprüche etwas zurückgeschraubt hat.

„Die Halle war eine Vision. Egal, wie der Weg geht: Wichtig ist, dass etwas Sinnvolles rauskommt“, sagt er und spricht von verschiedenen Modulen, die auf dem Gebiet des ehemaligen Steinbruchs entstehen könnten: zum Beispiel ein Geo-Infozentrum, ein neues Naturschutz-Informationszentrum, ein von Stadtverordneten geforderter Schwimmteich, „naturnahe“ Übernachtungsmöglichkeiten, Naturschutzflächen, Segway-Touren, ein kleiner Energiepark mit Anlagen zur Erzeugung (Photovoltaik, kleine Windräder) oder Speicherung (Geothermie, Elektrospeicher) von Strom und vieles mehr. Kurz: Das meiste, was bereits im ursprünglichen Konzept „Atmen“ (Amöneburg - Tourismus - Mobilität - Erneuerbare Energien - Natur- und Landschaftsbild) gestanden hatte - nur eben mit weniger Fokussierung auf eine Veranstaltungshalle. „In Sachen Nutzung können wir für die Fläche möglichen Investoren aber auch noch nichts Konkretes sagen“, betont der Bürgermeister und verweist auf zahlreiche rechtliche Schritte, die noch zu gehen seien: unter anderem von der Aufstellung eines Bebauungsplanes über die Änderung des Flächennutzungsplanes bis hin zum Beantragen eines Abweichens vom Regionalplan Mittelhessen und einer Änderung des bestehenden Rekultivierungsplanes. Mit diesen Punkten sowie auftretenden Planungskosten von mehr als 40000 Euro müssen sich die Stadtverordneten als nächstes in den Sitzungen des Haupt- und Finanzausschusses am Montag (19 Uhr, Bürgerhaus Mardorf) und des Bauausschusses am Dienstag (19.30 Uhr, ebenfalls BGH Mardorf) auseinandersetzen. Ziel ist die Ausweisung eines „Sondergebietes“, das auch einen „Ringwall mit Aktionsfläche“ zulassen würde - aber auch eine „Hallenkonstruktion“.

Deren Bau sei allerdings noch nicht sicher, heißt es dann auch in dem Protokoll einer Antragskonferenz, während der die Stadt das Konzept „Atmen“ im Regierungspräsidium vorstellte. Einwände habe kein öffentlicher Träger gehabt, sagte Richter-Plettenberg, berichtete von einem „sehr konstruktiven“ Termin und resümierte: „Wir haben sozusagen einen Stein ins Wasser geworfen und sind auf Wohlwollen gestoßen.“ Die Vertreter Amöneburgs hätten ihre Interessen vorgetragen, um zu sehen, welche weiteren Verfahrenswege zu beschreiten sind, zum Beispiel beim Raumordnungs- oder Abfallrecht.

Mehrfach kam allerdings das Thema „Methangasaustritt“ (die OP berichtete) zur Sprache. Mitte dieses Monats gibt es einen größeren Bericht. Mitte des Jahres muss es aber noch zu Messungen auf dem gesamten Gebiet der Deponie kommen, da die höheren Temperaturen im Sommer die Gasentwicklung fördern. Der Bürgermeister glaubt, dass dies kein Problem sein werde.

In Sachen Annahme von Bauschutt teilt Richter-Plettenberg mit, dass die Nachfrage von Privatleuten gering gewesen sei - daher habe der Betreiber seine Präsenzzeiten freitags von 10 bis 17 Uhr gestrichen. Private Anlieferer müssten sich im Vorfeld erkundigen, ob die Deponie zu ihrer gewünschten Zeit besetzt sei oder nicht.

von Florian Lerchbacher

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