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„Arche Mengsberg“ soll alte Rassen aufnehmen

Artenschutz „Arche Mengsberg“ soll alte Rassen aufnehmen

Wenn alles so läuft, wie es sich die Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins vorstellen, dann wird es bald an vielen Stellen in Mengsberg blöken, muhen, mähen und bellen.

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Die Familie Schröpfer (hier sind Katrin und Sohn Anton abgebildet) will am Arche-Projekt teilnehmen.

Quelle: Florian Lerchbacher

Mengsberg. „Genauso wichtig wie der Erhalt alter Landmaschinen, Automodelle und Kunstgegenstände oder die Pflege von altem Liedgut sollte für uns Menschen der Erhalt und Schutz von gefährdeten Haustierrassen sein“, sagt Armin Staufenberg und fragt: „Wo könnten diese Tiere besser aufgehoben und geschützt sein als an dem Ort, an dem sie auch über Jahrhunderte vorkamen?“

Staufenberg und die Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins wollen aus diesem Grund ein ganz besonderes Projekt auf die Beine stellen: Sie möchten Mengsberg zum ersten „Arche-Dorf“ Hessens machen, in dem gefährdete Rassen wie Rinder, Schafe, Schweine, Pferde, Esel, Hunde, Kaninchen, Enten, Puten oder Bienen gehalten und genutzt aber auch ausgestellt und mittels Schautafeln näher erklärt werden. „Mit dem Titel Arche-Dorf hätte Mengsberg ein Alleinstellungsmerkmal und ein werbeträchtiges Aushängeschild, das eine touristische Erschließung mit allen damit verbundenen Chancen ermöglichen könnte“, betont Staufenberg.

Der Mengsberger sorgt sich um alte Rassen und bedauert, dass man immer weniger der ursprünglich in den Dörfern heimischen Tiere im Ort antreffe. Wenn stoße er zumeist auf „Turbo-Nutztiere“, die hochspezialisiert seien. „Sie spiegeln auch nicht mehr die Artenvielfalt wider. Ich möchte die Basis der Tiere zeigen“, sagt der 46-Jährige und ergänzt: „Natürlich sind sie nicht so leistungsfähig, aber sie haben viele andere Vorteile: Sie sind robuster, langlebiger und vielfach nutzbar.“ Zum Beispiel eigneten sich alte Kuhrassen nicht nur zum Milchgeben sondern auch als Lastentier – mithin geht es ihm bei dem Projekt nicht nur um die Präsentation sondern auch um die Nutzung und die Rettung der Tiere.

von Florian Lerchbacher

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