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Anlieger sieht die Stadt in der Pflicht

Spiel- und Bolzfläche Anlieger sieht die Stadt in der Pflicht

Jahrelang gab es in Stadtallendorf heftige politische Diskussionen um den Bau eines Spielplatzes im DAG-Gebiet, bevor es wiederum für Jahre still um das Thema wurde.

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Der Abenteuer-Spielplatz „Piratennest“ im Heinz-Lang-Park ist der nächstgelegene Spielplatz für das DAG-Gebiet. In die Anlage wurden 150.000 Euro investiert.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf . Einige Wochen lang hat Andreas Steingraeber Kinder auf seinem Grundstück im Werraweg spielen lassen. Das Grundstück liegt gleich neben seinem Wohnhaus. Doch dann kam es zu ersten kleineren Schäden, zugleich kamen ihm große Bedenken wegen Haftungsfragen. „Schäden entstehen halt, wenn Kinder spielen. Doch das Thema Haftung hat mich dazu bewogen, mein Grundstück nicht mehr dafür zur Verfügung zu stellen“, sagt Steingraeber im Gespräch mit dieser Zeitung. Aus seiner Sicht ist die Stadt dringend gefordert, etwas zu tun. Es seien Millionen Euro für den Hessentag ausgegeben worden. „Für den Wunsch vieler Eltern, einen Spiel- oder Bolzplatz in der DAG, blieb aber nichts übrig“, bedauert Steingraeber.

Die Diskussion um einen Spielplatz in dem Wohn- und Gewerbegebiet ist schon sehr alt, war allerdings auch jahrelang verstummt. Zuletzt spielte das Thema im Bürgermeisterwahlkampf zwischen Christian Somogyi (SPD) und Bürgermeister Manfred Vollmer (CDU) eine Rolle. Seinerzeit gab es von Vollmer die Zusage, das Thema im Auge zu behalten. Hauptproblem über eine lange Zeit war die Tatsache, dass es der Stadt schlichtweg an einem geeigneten Grundtsück für einen Spiel- oder Bolzplatz im DAG-Gebiet gefehlt hat. Doch das ist seit dem Jahr 2002 vorhanden. Seinerzeit kaufte die Stadt von einem Industrieunternehmen eine 3.500 Quadratmeter große Fläche in der Warthestraße für ingesamt 135.000 Euro.

„Ein Grundstück ist bebaut, daneben ist noch Platz für einen Spielplatz“, erläuterte Vollmer auf Nachfrage dieser Zeitung. Dass dort aber in absehbarer Zeit etwas geschieht, glaubt der Verwaltungschef nicht. Denn er sieht aktuell keinen Bedarf mehr für einen Spielplatz. Seit vielen Jahren habe es keinerlei Nachfrage bei der Stadt mehr gegeben, betont Vollmer. Und er führt ein weiteres Argument dafür an, dass aus seiner Sicht keine städtische Spielfläche im DAG-Gebiet vonnöten ist. Die Zahl der Kinder sei in dem Gebiet in den vergangenen Jahren immer mehr zurückgegangen.

Eine Nachfrage in der Verwaltung bestätigt, dass die Geburtenzahlen im DAG-Gebiet in den zurückliegenden beiden Jahren tatsächlich eingeknickt sind. Die Verwaltung kann das anhand der Wahlbezirke ermitteln. Beim DAG-Gebiet umfasst der Bezirk auch noch den Wupperweg. Waren es 2005 15 Geburten, im Jahr 2007 18 und im Jahr 2009 noch 17, so ging die Geburtenrate im vergangenen Jahr auf 10 Kinder zurück. Vollmer verweist auf den großen Abenteuer-Spielplatz „Piratennest“ im Heinz-Lang-Park als nächstgelegene Spielfläche. Den hatte die Stadt pünktlich zum Hessentag für das Kinderland geschaffen und 150.000 Euro investiert. Investiert hat die Stadt auch in den Spielplatz in der Niederkleiner Straße.

von Michael Rinde

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