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Mona-Lorena Monzien hilft Menschen auf den Cookinseln

Zahnmedizin Mona-Lorena Monzien hilft Menschen auf den Cookinseln

Am Montag beginnt für Mona-Lorena Monzien eine besondere Zeit in ihrem Leben und ihrer Berufsausbildung. Fünf Wochen lang arbeitet sie auf eigene Kosten auf den Cookinseln.

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Mona-Lorena Monzien zeigt Instrumente, die sie auf der Inselgruppe braucht.

Quelle: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. Das letzte, das klinische Examen steht bei Mona-Lorena Monzien unmittelbar bevor. Doch vorher wollte die künftige Zahnärztin noch etwas anderes sehen und vor allem helfen. Vor gut einem Jahr fiel der Entschluss, ins Ausland zu gehen. Am Ende fiel die Wahl auf die Cookinseln in der Südsee, nahe bei Neuseeland.

Cookinseln

Die Cookinseln sind ein unabhängiger Inselstaat im Südpazifik. 15 Inseln umfasst das Staatsgebiet. Die Hauptinsel heißt Rarotonga. Auf den Cookinseln wird sowohl Maori als auch Englisch gesprochen. Laut der Online-Enzyklopädie leben dort rund 18 000 Menschen.

Warum? Es war ein älterer Bericht auf der Internetseite des zahnmedizinischen Austauschdienstes, der bei ihr letztlich den Ausschlag gab. Dort hatte ein Student von seinen Erfahrungen berichtet und erläutert, warum Studenten der Zahnmedizin aus dem Ausland dort besonders viel bewegen können. Zahnärztliche Versorgung gibt es offenbar nur in einer Klinik auf der Hauptinsel. Dorthin müssten Patienten von anderen Inseln erst einmal gelangen. „Und das können sich viele der Menschen dort schlicht nicht leisten“, berichtet die 28-Jährige. Außerdem habe sie erfahren, dass die Bewohner der Cookinseln als besonders freundlich gegenüber Fremden gelten.

Vielen Stadtallendorfern ist Mona-Lorena Monzien noch vom Jubiläums-Hessentag 2010 bekannt. Damals bildete sie gemeinsam mit Fabian Gies das so beliebte Hessentagspaar. Die Stadtallendorferin ist nicht allein auf der Inselgruppe unterwegs. Sie reist gemeinsam mit einem Kommilitonen. Beide finanzieren diese fünf Wochen im Hilfseinsatz privat.

Ihr Freigepäck haben sie weitgehend dafür genutzt, um Dinge mit auf die Inseln zu nehmen, die dort dringend gebraucht werden: Zahnbürsten vor allem. „Viele Menschen sind dort so arm, dass sie sich keine Zahnbürste kaufen“, sagt Monzien. Hilfe bekamen die beiden Zahnmedizin-Studenten von Praxen wie auch von Lebensmittelmärkten.

Schüler bekommen Zahnpflege erklärt

„Es war toll, wie viel Unterstützung wir bekommen haben“, freut sich die Stadtallendorferin. Etwa 30 Stunden dauert der Flug zu der Inselgruppe. Elf Stunden Zeitverschiebung müssen erst einmal überwunden werden. Beide Studenten stehen in Kontakt mit Zahnärzten und Studenten, die die Situation auf den Inseln gut aus eigenem Erleben kennen. Darum wissen sie auch sehr genau, was dort gebraucht wird. Sie leben in einer Art Appartement mit Küchenzeile.

Mona-Lorena Monzien und ihr Mitstreiter werden ab Montag zunächst in der Zahnklinik auf der Hauptinsel arbeiten. Dort gibt es einen Behandlungsstuhl nur für Studenten, die wie die beiden, auch helfen wollen. Die beiden künftigen Zahnärzte werden sich vor Ort gegenseitig assistieren.

„Viele Menschen warten offenbar darauf, dass wieder Studenten ankommen, um sich behandeln zu lassen“, sagt Mona-Lorena Monzien. Natürlich sei sie etwas aufgeregt. Aber sie habe sich bewusst gemacht, dass jetzt der richtige Moment dafür gekommen sei. „Wer weiß, ob ich nach dem Examen dazu noch einmal eine Möglichkeit finde“, bekennt sie.

Und ihr Kommilitone aus dem Schwarzwald und sie sind sich beide darüber bewusst, dass sie dort praktische Erfahrungen sammeln werden. Etwa eine Woche werden sie außerdem auf der Insel Aitutaki sein, dort Patienten untersuchen und so gut wie möglich vor Ort behandeln.

Außerdem, das ist beiden ein großes Anliegen, werden sie Schulen besuchen und Kindern erzählen, was Zahnpflege bedeutet und wie sie funktioniert. Gesundheitserziehung fehlt ganz offenbar auf der Inselgruppe ganz und wäre doch so elementar nötig.

von Michael Rinde

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