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Anfänger verursacht Beinahe-Katastrophe

Gericht Anfänger verursacht Beinahe-Katastrophe

Mit einer schnellen und richtigen Reaktion verhinderte am Morgen des 30. August 2011 eine Autofahrerin in der Nähe des Schwalmstädter Stadtteils Florshain eine Katastrophe.

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Neustadt. Alptraumhafte Situation: Auf enger und kurviger Landstraße kam ihr in einer Senke auf ihrer Fahrspur ein Auto entgegen, dessen Fahrer gerade einen Lkw überholte. Die Frau, die mit ihrem Kind allein im Auto saß, steuerte ihr Fahrzeug beherzt in den Graben und verhinderte so einen Frontalcrash mit unabsehbaren Folgen. Lediglich die Außenspiegel beider Autos prallten krachend gegeneinander. Die Frau zog sich dabei ein Halswirbelsäulensyndrom und eine Schädelprellung zu. Ihr Kind blieb unverletzt. Am Auto Entstand ein Schaden in Höhe von 1700 Euro.Der Unfallverursacher setzte seine Fahrt fort, ohne sich um den entstandenen Schaden zu kümmern. Zudem versäumte er es, hinterher die Polizei über den Unfall zu informieren. Schließlich wurde der junge Mann nur ermittelt, weil die Frau später zufällig das Auto mit dem demolierten Spiegel entdeckte. Wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort und fahrlässiger Körperverletzung musste sich der Unfallverursacher vor dem Kirchhainer Amtsgericht verantworten. Der zur Tatzeit 18 Jahre und vier Monate alte Fahranfänger gab an, dass er erst während des Überholvorgangs das entgegenkommende Auto bemerkt habe. „Ich hatte zwei Möglichkeiten: Abbremsen oder weiterfahren. Ich habe mich für weiterfahren entschieden“, sagte der Schüler. Ein verhängnisvoller Fehler, denn als er bei einer Geschwindigkeit, die er auf 80 bis 100 km/h schätzte, das Führerhaus des Lkw erreicht hatte, gab es „einen großen Schlag“. Er sei weitergefahren, weil auch der „Andere“ weitergefahren sei. Sowohl Amtsanwalt Heinisch als Vertreter der Anklage als auch Richter Joachim Filmer bewerteten nach dem Studium der Unfall-Bilder die Fahrweise des Schülers als grob verkehrswidrig. „Sie hätten an dieser Stelle niemals überholen dürfen, weil die Strecke für sie nicht einsehbar war“, sagte Heinisch und ergänzte: „Nach einem Unfall haben Sie einfach stehen zu bleiben.“ Heinisch beantragte einen Veurteilung nach Jugendrecht und forderte zwei Monate Fahrverbot, die Teilnahme an einem Verkehrsseminar und eine Geldauflage in Höhe von 300 Euro, zu zahlen an die Kreisverkehrswacht. Die Verteidigung schloss sich diesem Antrag an, den Joachim Filmer im Urteil wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit unerlaubten Entfernen vom Unfallort umsetzte.

von Matthias Mayer

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