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Anders Arendt macht sich zum Serien-Kandidaten

Lokalpolitik Anders Arendt macht sich zum Serien-Kandidaten

Was tun, wenn man bei Deutschland sucht den Superstar abgelehnt wird? Man sucht sich eine andere Castingshow. Ähnlich scheint Anders Arendts Einstellung zu Bürgermeisterwahlen zu sein.

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In Breitenbach am Herzberg holte Anders Arendt 2,5 Prozent der Stimmen, in Amöneburg 3,0 Prozent. Nun geht er fest davon aus, Bürgermeister von Bad Salzschlirf zu werden

Quelle: Archivfoto

Amöneburg. Wenn am 7. Oktober die Rauschenberger an die Urnen schreiten, um einen neuen Bürgermeister zu wählen, sollen sie nach bisherigem Stand die Wahl zwischen drei Kandidaten haben: Neben Michael Emmerich (CDU) und Markus Heeb (SPD) hatte Anders Arendt, der einzige abgewählte Bürgermeister in der Geschichte des Landkreises, seine Kandidatur angekündigt. Wenn die Zukunft sich nach dem Geschmack von Amöneburgs Ex-Rathauschef entwickelt, wird die Auswahl in Rauschenberg jedoch kleiner: Der 37-Jährige bewirbt sich nun auch für das Amt des Bürgermeisters in Bad Salzschlirf - und geht fest von einem Sieg aus.

In Hessens kleinstem Kurort war Bürgermeister Armin Faber (FWL) Anfang März zurückgetreten. Ihm wurde vorgeworfen, er habe seine Interessen als Bürgermeister und als Mehrheitseigentümer eines örtlichen Vier-Sterne-Hotels vermischt. Ein Abwahlverfahren drohte - eine Situation, mit der sich Arendt bestens auskennt, hatten die Amöneburger ihn im Frühjahr 2005 nach nur 20 Monaten Amtszeit doch selbst in die Wüste geschickt.

Für den 3000-Einwohner-Kurort fordern viele Bürger laut Fuldaer Zeitung einen Bewerber von außen. Matthias Kübel (33), der gemeinsame Kandidat von FWL, CDU und SPD werde mit Misstrauen gesehen.

Die Voraussetzungen sind also eigentlich gut für Arendt, der seit seiner Abwahl nur missglückte Kandidaturen vorzuweisen hat: In Breitenbach am Herzberg (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) griff er 2,5 Prozent der Wählerstimmen ab. Im März 2011 erreichte er bei der Bürgermeisterwahl in Amöneburg 3,0 Prozent.

Die bisherigen Vorbereitungen auf die Wahl in Bad Salzschlirf deuten allerdings darauf hin, dass der 37-Jährige wieder ein ähnliches Ergebnis einfährt: Einzig über die Medien hatte er erfahren, dass in dem kleinen Ort bei Fulda die Position des Bürgermeisters frei wird, und sich dann zur Kandidatur entschlossen. Auf der Homepage von Bad Salzschlirf jedenfalls tat er anschließend völlig unwissend und fragte nach, welche Voraussetzungen er erfüllen müsse für eine Kandidatur - dabei kennt er sich eigentlich gut mit den Modalitäten aus.

Und vielleicht muss er in diesem Jahr auch nochmal auf sein Fachwissen zurückgreifen: Im Gespräch mit dieser Zeitung hatte er nach Bekanntwerden seiner Kandidatur in Rauschenberg auch angekündigt, dass er unter Umständen auch in Wohratal antreten wolle - dort wartet der amtierende Bürgermeister Peter Hartmann ohnehin noch auf einen Gegner. Die Fraktionen in der kleinsten Gemeinde des Kreises wollen jedenfalls keinen anderen Kandidaten ins Rennen schicken.

Wie genau Arendts Pläne jedoch aussehen, war am Donnerstag nicht zu erfahren: Für eine Stellungnahme war der Handlungsreisende in Sachen Bürgermeisterwahlen nicht erreichbar - dabei hatte er sich im OP-Porträt vor der Wahl in Amöneburg noch selbst als der Telefon-Mann bezeichnet, der eigentlich immer erreichbar sei.

von Florian Lerchbacher

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