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Amöneburg wirbt um Tagesmütter

Förderprogramm Amöneburg wirbt um Tagesmütter

Eine besondere Situation erfordert in Amöneburg eine besondere Initiative: Tagesmütter bekommen künftig einen zusätzlichen Obolus von der Stadt, um den Anreiz für diese Arbeit zu erhöhen.

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An Kitaplätzen und U-3-Angeboten mangelt es in der Stadt Amöneburg offenbar nicht. Doch es fehlen Tagemütter. Archivfoto

Amöneburg. Die Betreuung von Kindern unter drei Jahren ist auf zwei Säulen ausgerichtet: Neben der Betreuung in Kindertagesstätten sind Tagesmütter oder Tagesväter vorgesehen.

In der Stadt Amöneburg sind sie allerdings absolute Mangelware. Aktuell gibt es im Stadtgebiet keine einzige Tagesmutter, obwohl die Stadt Amöneburg um Elternanfragen weiß.

Diese Lücke möchte die Stadt mit einem besonderen Schritt schließen. „Das geschieht aus der Not heraus“, sagt Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg.

Am Montagabend beschloss das Stadtparlament einstimmig eine entsprechende neue Richtlinie. Zukünftig zahlt die Stadt damit jeder auch vom Landkreis Marburg-Biedenkopf anerkannten Tagesmutter (im Amtsdeutsch Kindertagespflegeperson genannt) 80 Cent je Stunde zusätzlich zu den 2,50 Euro, die der Kreis beisteuert.

Laut Amöneburgs Bürgermeister ist dieses Angebot einmalig im Kreisgebiet. Das bestätigte gestern auch Dr. Markus Morr, Sprecher der Kreisverwaltung auf Anfrage dieser Zeitung. Dem Landkreis seien keine ver gleichbaren Angebote bekannt.

Für Richter-Plettenberg sind Tagesmütter oder Tagesväter für viele Eltern grade wegen der zeitlichen Flexibilität des Betreuungsangebots eine Alternative zum U-3-Platz in der Kindertagesstätte. „Es gehört Idealismus dazu, aber es lässt sich damit auch Einkommen erzielen“, wirbt er vor den Stadtverordneten.

Im Kreisgebiet gibt es aktuell 74 Tagespflegepersonen, die 215 Betreuungsplätze anbieten. In dieser Zahl ist das Marburger Stadtgebiet nicht enthalten. In den Gemeinden Angelburg und Steffenberg gibt es aus Sicht des Kreises ebenfalls keine anerkannten Tagesmütter oder -väter. Dort werden die Eltern an benachbarte Gemeinden verwiesen.

„Ob Tagespflegepersonen aber tatsächlich ,fehlen‘ ist eine Frage, die mit der Kinderbetreuung der jeweiligen Kommunen im Zusammenhang steht und abhängig davon ist, wie die Kinderbetreuung ansonsten mit Kindertagesstätten gedeckt werden kann“, sagt Morr im Gespräch mit der OP.

Bis zum August 2013 müssen die Städte und Gemeinden für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren Betreuungsplätze bereitstellen. Kreisweit (ohne Stadt Marburg) sind das 1494 Plätze.

Die Stadt Amöneburg sieht sich bei der Erfüllung der Quote auf sehr gutem Wege. Bei 120 Kindern unter drei Jahren ergibt sich ein Bedarf von 42 Plätzen, von denen sich laut Gesetz mindestens 70 Prozent in Kindertagesstätten zu befinden haben. Das wären in Amöneburg 29. Aktuell hat die Stadt bereits 27. Bei einer Umfrage der Stadt unter Eltern hat sich darüber hinaus gezeigt, dass im Moment in Amöneburg und den Stadtteilen kein hoher Bedarf nach weiteren U-3-Plätzen vorhanden ist. Darum hat sich die Stadt laut Bürgermeister Richter-Plettenberg entschieden, eine vorgesehene eigene U-3-Gruppe im Kindergarten Mardorf erst im nächsten Sommer zu schaffen. „Wir werden die gesetzlichen Vorgaben in jedem Falle einhalten können, auch wenn wir keine Tagesmütter gewinnen“, betont der Amöneburger Bürgermeister.

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