Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 9 ° Sprühregen

Navigation:
Am zweiten Tag fällt das Festival ins Wasser

Neustadt Am zweiten Tag fällt das Festival ins Wasser

„Vorbereitung ist alles“, sagten sich die Straßenmaler Melina und Wilfried Berg, bauten zum Schutz ihrer Bilder einen Pavillon auf, mussten ihre Arbeit dann aber doch frühzeitig beenden.

Voriger Artikel
Ein bisschen Wehmut schwingt mit
Nächster Artikel
Am Anfang steht das eigene Umfeld

Rund 200 junge und alte Künstler malten insgesamt 120 Bilder beim zweiten Neustädter Straßenmalerfestival.

Neustadt. Ein bisschen traurig späht Andrea Deutsch (12) unter eine Abdeckplane und malt ein wenig an ihrem Zirkusbild. Sie und ihre Schwester Melanie (8) haben sich akribisch auf das zweite Neustädter Straßenmalerfestival vorbereitet und in einem Notizblock Skizzen vorbereitet, was sie auf den Asphalt bringen wollen. Nun liegen Zirkus, Zauberwiese und Katzen zum Schutz vor dem Regen verborgen unter Plastikplanen – gegen 14 Uhr setzte gestern der Regen ein und beendete das bunte Treiben in der Marktstraße. Zu lange und zu intensiv war er, als dass die Künstler ihre Werke hätten vollenden können.

Lisa Malkus und Pauline Kanngießer sitzen derweil unter einem Bauwerk aus Schirmen und malen fleißig, während ihre Eltern versuchen, den provisorischen Regenschutz dicht zu halten. „Es macht trotzdem Spaß“, sagt Pauline und ergänzt: „Man muss eben ein wenig aufpassen.“ Gegen 15 Uhr geben Melina und Wilfried Berg aus Medebach auf, die zwar schon oft bei Straßenmalerfestivals im Regen standen und daher einen Pavillon aufgebaut haben. Letztendlich geben aber auch sie auf: „Wir hätten gerne noch weitergemalt und unsere Bilder fertig gemacht“, bedauert Melina Berg und ergänzt mit Blick auf ihr Kunstwerk, auf dem der Junker-Hansen-Turm und zwei Drachen zu sehen sind: „Die Feinheiten fehlen noch.“

„Der Samstag war so schön“, sagt Roswitha Trümpert, die Vorsitzende des Arbeitskreises Straßenmalerfestival und beobachtet drei Mitglieder ihrer Gruppe, die als Jury vorsichtig Blicke durch und unter die Planen werfen. Letztendlich nahmen 200 Maler verschiedener Altersgruppen an dem Fest teil und schufen insgesamt 120 Bilder. „Das sind fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr“, hebt Trümpert hervor, ehe der kurze Augenblick der Freude der Ernüchterung weicht: „Ich bedauere die Maler, die Gastwirte und die Gruppen, die heute hier aufgetreten sind. “ Am Sonntag war der Besuch schließlich recht mau.

Für das kommende Jahr plant Trümpert daher, ihre Mitbürger zu aktivieren: „Vielleicht kann ja jeder, der einen Pavillon hat, diesen in der Marktstraße aufstellen. Dann sind wir dem Wetter nicht mehr so ausgesetzt, wie es diesmal der Fall war.“

von Florian Lerchbacher

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr