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Am Wahrzeichen bröckelt der Putz

Baustelle Am Wahrzeichen bröckelt der Putz

Sperrholzbretter und Holzbalken verunstalten die Wetterseite des Kirchhainer Rathauses. An der Fassade des Wahrzeichens der Stadt gibt es große Probleme mit dem Putz.

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Sperrgitter halten von der Fassade des Kirchhainer Rathauses fern. Foto: Michael Rinde

Kirchhain. Am Fuße des vor zehn Jahren grundsanierten Rathauses halten Absperrgitter Passanten davon ab, der Fassade zu nahe zu kommen. Etwa in mittlerer Höhe des Gebäudes hängt ein Sperrholzbrett über einem Gefach der Fachwerkfassade. Am Dachgiebel sind Holzbretter angenagelt, die Gefachen zusätzlichen Halt geben sollen.

Vorerst wird dieser wenig ansehnliche Zustand so bleiben müssen. Zunächst hatte ein Passant die Stadtverwaltung darauf hingewiesen, dass sich an einem Gefach der Putz nach außen wölbt. Wie sich bei näherer Betrachtung herausstellte, bestand die akute Gefahr, dass der Putz auf den Marktplatz fällt - und dort Menschen verletzten könnte.

Die Stadtverwaltung handelte und ließ eines der Gefache von einem Experten herausnehmnen, um Klarheit über das Schadensbild zu bekommen. Im Inneren der Gefache sind seinerzeit wie auch bei der Sanierung der Fassade Lehmsteine verbaut worden. Auf ihnen wurde ein Spezialputz aufgetragen. „Damit er Halt gewinnt, sollte Draht verbaut werden“, erläuterte Kirchhains Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) im Gespräch mit dieser Zeitung.

Doch bei dem herausgenommenen Gefach fehlt eben jener Draht. Noch weiß keiner, wie viele Elemente der Fachwerkfassade ansonsten betroffen sind. Eigentlich hätte 10 bis 15 Jahre nach Sanierung des Wahrzeichens lediglich ein neuer Anstrich anstehen dürfen, so, wie er beim „Blauen Löwen“ auch erfolgte.

Doch jetzt droht der Stadt größeres Ungemach. Jetzt muss geprüft werden, in welchen Gefachen der Halt gebende Draht verbaut wurde und in welchen eben nicht. „Wir suchen eine Methode, bei der nicht jedes einzelne Gefach herausgenommen werden muss“, sagt Kirchner. Doch bisher ist die Stadtverwaltung noch nicht fündig geworden. Einfache Metallsonden sind ungeeignet, da sie zum Beispiel auch auf Stromkabel und ähnliches ansprechen können.

Im Leistungsverzeichnis für die Fassadensanierung vor zehn Jahren war der Draht jedenfalls vorgeschrieben. Die Stadt hat die Wohnstadt GmbH, die damals die 2,1 Millionen Euro teure Gesamtsanierung leitete auch dementsprechend angeschrieben. „Doch es besteht keine Gewährleistung mehr“, bedauert Kirchner.

Sollte sich keine einfache Prüfmethode finden, stünde zumindest die Wetterseite des Gebäudes aus dem 16. Jahrhundert vor einer neuen Sanierung - die dann die Stadt komplett alleine finanzieren müsste. Dann müsste die Stadt alle Fachwerk-Elemente öffnen lassen, um sicherzugehen, dass Draht verbaut wurde und der Putz ausreichend Halt hat. Noch sind allerdings sehr viele Frage offen. „Es gibt keine Hoffnung auf eine schnelle Lösung. Da ist sich der Magistrat bereits sicher“, antwort Kirchner auf die Frage nach dem Zeitplan. Mit Arbeiten an der Fassade sei vor dem Winter keinesfalls zu rechnen.

von Michael Rinde

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