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Am Anfang stand eine Schenkung

750 Jahre Hatzbach Am Anfang stand eine Schenkung

Auf den Tag genau 750 Jahre ist es her, dass am 14. Mai 1262 ein Hartmann von Bauerbach und seine Frau Gertrud dem Kloster Haina die Hälfte einer Mühle schenkten.

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Felder, Wiesen und Wald umgeben das 750 Jahre alte Dorf Hatzbach, das seit der Gebietsreform ein Stadtteil von Stadtallendorf ist. Namensgeber ist der gleichnamige Bach. Fotos (2): Kai Erdel

Hatzbach. Obwohl die Familie des von Bauerbach in Bauerbach bei Marburg lebte, war sie Eigentümer einer Hatzbacher Mühle. Da von Bauerbach sicherstellen wollte, dass seine Schenkung von keinem seiner Erben widerrufen werden kann, ließ er heute auf den Tag genau vor 750 Jahren eine in Lateinisch verfasste Schenkungsurkunde ausstellen. Und die steht für die erste urkundliche Erwähnung Hatzbachs, die die heutigen Einwohner zum Anlass nehmen, in diesem Jahr eine große Feier auszurichten.

Da die Mühle 1262 schon stand, ist sicher, dass Hatzbach älter als 750 Jahre ist. Um wie viel, ist nicht sicher.

Der Sage nach war ein Jagdhaus, das Hatzhaus, das erste Gebäude in Hatzbach. Der damalige Fürst soll es um 985 einem Herrn Knoblauch geschenkt haben. Tatsächlich bekam die Familie von Knoblauch aber erst nach 1358 Hatzbach zum Lehen.

Die Mühle, die Gegenstand der Schenkung war, soll sich südlich von Hatzbach in der Nähe des Jungfernborn befunden haben. Nach einer dort befindlichen Viehtränke wurde diese Tränkmühle genannt. 1577 machte der damalige Pächter Hans Kuchenbecker die Mühle zum regionalen Zentrum der illegalen Wiedertäuferbewegung. Als dies aktenkundig wurde, musste der Müller mit seinem Sohn und seinen Anhängern innerhalb von 14 Tagen das Land verlassen. 1698 wurde die Mühle durch Johann Heinrich von Knoblauch aufgegeben und durch einen Neubau westlich des Ortes ersetzt.

Im Gedächtnis der Hatzbacher lebt die alte Mühle weiter. Das Mühlrad ziert das neugestaltete Hatzbacher Wappen und im Logo des Jubiläumsjahres besteht sie im Gedächtnis des Dorfes weiter. Damit die Mühle und weitere Geschichten aus der Vergangenheit Hatzbachs auch in Zukunft nicht in Vergessenheit geraten, hat sich in Hatzbach ein Arbeitskreis gegründet, der zur Festwoche im August die Festschrift mit zahlreichen Begebenheiten aus der Hatzbacher Geschichte einem breiten Publikum bekannt machen wird.

Die Idee hierfür ging von Günter Schmidt aus, der mit Markus Weber zusammen bereits zum Schützenfest 2006 eine Festschrift mit Chronik verfasst hatte. Beide waren es auch, die zusammen mit Tanja Lampe sowie Horst und Eike Erdel diese Chronik für die 750-Jahr-Feier deutlich erweiterten.

von Kai Erdel

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