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Alte Granate in der Schaufel

Niederwald Alte Granate in der Schaufel

Baggerfahrer fand verrostete Sprenggranate in Niederwald. Wie die alte, stark verrostete Sprenggranate an ihre Fundstelle gelangte, können weder Kampfmittelräumdienst noch Polizei derzeit sagen.

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Ein Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes übernahm am Mittwoch die Vermessung der Sprenggranate. Sie fand sich In der Schaufel eines 70-Tonnen-Baggers.

Quelle: Privat / Rinde

Niederwald. Es war gestern gegen 11.45 Uhr, als der Fahrer des 70-Tonnen-Baggers ein ungewöhnliches Metallrohr in der Schaufel entdeckte. Gleich bestand der Verdacht, dass es sich bei dem Rohr um eine Bombe oder Granate aus dem Zweiten Weltkrieg handeln könnte. Es dauerte nicht lange, bis der Kampfmittelräumdienst des Landes Hessen vor Ort war. Gegen 13.30 Uhr war der Einsatz bereits wieder beendet, das Gelände wieder freigegeben. Zwischenzeitlich sperrte die Polizei Stadtallendorf den Fundort rund um den Bagger weiträumig ab. Die Granate liegt mitten in dem Gelände, in dem das Kieswerk Herrmann erst seit etwa einem Jahr Kies abbaut. Der Kampfmittelräumdienst hatte das 60 Zentimeter lange Rohr schnell als Sprenggranate aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs identifiziert.

Da der Zünder bereits abgeschoren war, bestand keine Explosionsgefahr. Experten des Räumdienstes sicherten die Granate und transportierten sie ab. Die Granate wird später aufgeschnitten und vernichtet. Wie die Sprenggranate an diese Stelle kam, wissen zurzeit weder die Spezialisten vom Kampfmittelräumdienst noch die Polizei. Es war der erste Fund dieser Art auf dem Gelände. „Die Gegend gilt bisher nicht als munitionsbelastet“, erläuterte Gerhard Gossens, Leiter des Kampfmittelräumdienstes beim Regierungspräsidium Darmstadt. Den Granatenfund von Mittwoch veranlasst den Räumdienst in den nächsten Tagen zu weiteren Recherchen. Möglicherweise handele es sich um einen Einzelfund.

„Oder er stammt von einem Bahntransport oder steht mit der früheren Sprengstoffprodukion in Allendorf in Zusammenhang“, nennt Gossens weitere Möglichkeiten. In Niederwald gibt es immer wieder Erzählungen, dass in der Nähe des Ortes bei Kriegsende Zugwaggons gesprengt wurden. Eine amtliche Bestätigung dafür existiert allerdings nicht. Es war zwar der erste echte Granatenfund auf dem Kieswerk-Gelände. Doch im April vergangenen Jahres entdeckte ein Baggerfahrer ebenfalls ein verdächtiges Rohr auf dem Areal. Bei der genauen Untersuchung stellte sich das einer Fliegerbombe täuschend ähnelnde Rohr als eine Metallmuffe heraus.

von Michael Rinde

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