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Ostkreis Alliierte verschonten den Flugplatz bei Bracht
Landkreis Ostkreis Alliierte verschonten den Flugplatz bei Bracht
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19:27 11.10.2009
Die Markierung zeigt die Grenze des ehemaligen Fugplatzes.

Bracht. 1934 hatten die Nationalsozialisten mit dem Bau des Flugplatzes bei Bracht begonnen. Im Schichtbetrieb arbeiteten 1.200 Männer Tag und Nacht. Sie ebneten das hügelige Gelände, bestückten eine 1.000 Meter lange Strecke mit Basaltsteinen und bauten Hangars. Unter anderem wurde ein kompletter Bauernhof als Tarnung für ein Verwaltungs- und Personalgebäude errichtet. „Am 10.Mai 1940 wurde der Flughafen zum Leben erweckt“, sagte Dr. Jürgen Mathias, der eine Präsentation über die historischen Begebenheiten vorbereitet hatte. Jedoch erschienen sie vielen im Schützenhaus in Bracht alles andere als historisch: Viele Zeitzeugen befanden sich unter den rund 70 interessierten Zuhörern – eine Anzahl, die selbst Gabriele Clement, Leiterin der Volkshochschule (vhs) Marburg-Biedenkopf, überraschte. Referent Mathias sah sich daher nur als Informationsvermittler. Die Zeitzeugen berichteten von ihrem Erlebten: 27 Maschinen vom Typ HE111 sind in Bracht stationiert gewesen, wusste Heinrich Weigel zu berichten. Drei Maschinen seien immer zusammengeflogen und hätten so lange über dem Flugplatz gekreist, bis alle Flugzeuge in der Luft gewesen seien. Bombenflüge nach Frankreich, Belgien und Holland seien damals von Bracht aus gestartet. Auch an die Lagerung von Bomben unter freiem Himmel kann sich Weigel noch erinnern. Allerdings sei der Flughafen nur sechs Wochen zu dem von den Nationalsozialisten vorgesehenen Zweck genutzt worden. Als die deutschen Truppen weiter nach Frankreich vorgedrungen seien, wurden Flugzeuge und Soldaten auf Flugplätze verlegt, die sich näher an der Front befanden, erklärte Mathias. In der Folgezeit übernahm die Hitlerjugend den Flughafen und nutzte ihn zur Ausbildung.

von Alisa Roller

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