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Ostkreis Alldomare legt einen Traumstart hin
Landkreis Ostkreis Alldomare legt einen Traumstart hin
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18:41 03.05.2017
Betriebsleiter Giselher Pontow (von links), Bürgermeister Christian Somogyi und Badleiter Horst Kraft zogen für das Alldomare eine positive Zwischenbilanz. Quelle: Matthias Mayer
Stadtallendorf

Und die Befragten stellten dem Bad ein sehr gutes Zeugnis aus. 54 Prozent (339 Badegäste) bewerteten das Bad stark positiv, 24 Prozent (152) positiv. Damit hat die verfassungsgebende Mehrheit von 77 Prozent einen positiven Eindruck von dem Bad. 12 Prozent (74) bewerteten das Bad als mittelmäßig, 3 Prozent (21) als negativ und 8 Prozent (53) als stark negativ. Damit gaben die Badegäste dem 10,7 Millionen Euro teurem Projekt die Durchschnittsnote 1,57.

Das blieb nicht ohne Folgen für den Besucherzuspruch. „Wir sind positiv überrascht, wie gut das Bad von der Bevölkerung angenommen wird - auch über die Anfangsphase hinaus“, sagte Bürgermeister Christian Somogyi gestern bei einem Pressegespräch mit dieser Zeitung. Geradezu sensationelle Zahlen dazu lieferte Badleiter Horst Kraft. Im März kamen 14489 Badegäste, im April 10849 Besucher. Das ist gegenüber dem Vergleichszeitraum im letzten Betriebsjahr des alten Hallenbads eine Vervierfachung.

Besucheransturm mit dem gleichen Personal

Der Erfolg wirft aber auch Probleme auf. „Der Personalschlüssel orientierte sich an den alten Besucherzahlen. Jetzt laufen unsere Mitarbeiter am Limit. Wir müssen über mehr Personal nachdenken“, sagte Christian Somogyi. Horst Kraft brachte das Problem auf einen einfachen Nenner: „Viermal mehr Besucher heißt viermal mehr putzen.“ Betriebsleiter Giselher Pontow weiß, wie schwer Fachkräfte für Bäderbetriebe auf dem Arbeitsmarkt zu finden sind und vertraut auf den in Stadtallendorf in Ausbildung befindlichen Nachwuchs. Als Aushilfen für die Badeaufsicht suche die Stadt ab sofort Inhaber des Deutschen Rettungsschwimmabzeichens in Silber.

Hinzu kommt, dass der Belegungsplan des Bades inzwischen nur noch wenige Lücken aufweist. „Der Reha-Bereich mit unseren Kooperationspartnern ist inzwischen sehr gut angelaufen, die Gruppen sind voll“, sagte Giselher Pontow dazu. Die noch bestehenden Lücken sollen laut Horst Kraft nicht geschlossen werden, weil Badegäste auch mal wochentags die Möglichkeit haben sollen, ohne Vereine, Schulen und Gruppen ungestört ihre Bahnen zu ziehen.

Was die Beschwerden und Anliegen angeht, spielte das anfangs so dominierende Thema Sichtschutz zuletzt keine große Rolle mehr. Einige Badegäste hatten darum gebeten, in dem transparenten und lichtdurchfluteten Bad zumindest die Whirlpool-Ecke gegen Blicke von außen abzuschirmen. Das wird auch geschehen - durch eine Umplanung der Außengestaltung, wie Pontow berichtete. Im Bereich des Whirlpools und dem Liegebereich zwischen Whirlpool und Aufsichtskabine werden große immergrüne Büsche vor den Scheiben gepflanzt. Zusätzlichen Sichtschutz solle eine zweieinhalb Meter hohe Hainbuchenhecke bieten, die den Parkplatz an der Südseite des Bades abschirmen soll. Eine solche Hecke ist auch entlang der Glasfront an der Ostseite und am Trafohäuschen geplant.

Der Bürgermeister erklärte, dass Transparenz und Tageslicht als wesentliche Merkmale des Bades so erhalten blieben. Das Außengelände werde in dieser Woche fertiggestellt. Das gelte auch für die Bushaltestelle in der Nähe des Eingangs, von der er sich auch eine Belebung der Innenstadt erhoffe.

Die Röhrenrutsche bleibt ein Wunschtraum

Eine Röhrenrutsche ist mit 91 Nennungen der mit Abstand meistgenannte Wunsch für das Hallenbad. Eine solche Rutsche binde vollständig eine Aufsicht und ziehe erhebliche Energie- und Wartungskosten nach sich, erklärte Horst Kraft dazu. Nach dem Sichtschutz folgen Haken und Ablagen in der Dusche, Kleiderhaken im Fönbereich und Uhren in allen Bereichen auf den Plätzen. Diese Wünsche sind, so Giselher Pontow, inzwischen erledigt oder in Arbeit.

Alle anderen Wünsche, wie zum Beispiel eine Sanduhr für die Dampfsauna, brachten es zum Teil nur auf verschwindend geringe Voten.

Stichwort Dampfsauna und Whirlpool: Die beiden Einrichtungen sind nach Beobachtungen des Personals die absoluten Renner im Alldomare. Über diesen gab es bislang auch die einzige Schäden: An der Decke blätterte Farbe ab, ausgelöst durch den aufsteigenden Dampf. Für diese Schäden tritt der Gewährleistungsfall ein.

von Matthias Mayer

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