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Ärger um 15 000 Tonnen Mais

Betziesdorf Ärger um 15 000 Tonnen Mais

Mit Kritik haben die Mitglieder des Kirchhainer Bau- und Planungsausschusses am Montagabend auf die Absicht der E.on Natur GmbH reagiert, in Stausebach neben Biomüll auch Mais in Biogas umzuwandeln.

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Kritiker der Anlage fürchten die Auswirkungen riesiger Mais-Monokulturen - sowohl auf die Umwelt, als auch auf Kirchhains Stadtkasse.

Quelle: SiepmannH / pixelio.de

Betziesdorf. E.on will in der ehemaligen Kreiskompostierungsanlage durch den Bau einer Bioabfall-Vergärungsanlage Biogas gewinnen und das Biogas so umwandeln, dass es in das Erdgasnetz eingespeist werden kann. Kalkulationsgrundlage dafür war, so Projektleiter Stefan Koch und Ingenieur Günther Rinn während ihres Sachstandsberichts vor dem Ausschuss im Betziesdorfer Dorfgemeinschaftshaus, dass die Landkreise Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill zusammen jährlich 45.000 Tonnen Bioabfall liefern. Da der Lahn-Dill-Kreis inzwischen abgesprungen sei, fehlten jetzt 15.000 Tonnen Biomüll für einen rentablen Betrieb der Anlage. Diese Lücke solle durch den Ankauf von jährlich 15.000 Tonnen Mais aus der Umgebung geschlossen werden. Für die Vergärung des Getreides sollten Reaktoren gebaut werden, erklärte Koch.

Der Ausschuss reagierte mit Unmut auf diese neue Nachricht. Peter Emmerich (CDU) rechnete vor, dass für 15 000 Tonnen Mais 3,5 Quadratkilometer Ackerland benötigt würden. Da Kirchhain von gebauten und geplanten Biogasanlagen förmlich umzingelt sei, drohten der Region eine Mais-Monokultur und der Landwirtschaft ein Wettbieten um Pachtflächen zwischen den Lebensmittel-Bauern und den Energiepflanzen-Bauern, sagte Emmerich. Bürgermeister Jochen Kirchner warnte mit Blick auf die Stadtkasse vor Mais-Monokulturen. Großflächige Maiskulturen vertrieben wegen der enormen Wildschäden auf den Maisfeldern die Jagdpächter. Und die finanzierten mit ihren Pachtzahlungen den Feldwegebau.

von Matthias Mayer

Mehr aus dem Bauausschuss lesen Sie am Mittwoch in der gedruckten OP.

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