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Ostkreis Ängste des Ortsvorstehers bleiben
Landkreis Ostkreis Ängste des Ortsvorstehers bleiben
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22:01 20.11.2013
Dieses Archivfoto zeigt den extremen Bewuchs des Schweinsberger Deiches am Moor während der Vegetationsperiode. Foto: Matthias Mayer
Schweinsberg

Im Auftrag der Stadt hatte ein Ingenieurbüro die Sicherheit eines Teiles des Deiches bei Schweinsberg überprüft und war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Zustand zwar durchaus bedenklich ist, aber keine akute Gefahr selbst bei extremeren Hochwassern besteht - auch angesichts der von der Stadt inzwischen energischer vorangetriebenen Sanierungspläne.

Schon während der Ausschuss-Sitzung hatte Schweinsbergs Ortsvorsteher Adolf Fleischhauer klargemacht, dass seine grundsätzlichen Bedenken bleiben. Im Nachgang berichtet Fleischhauer gegenüber der OP von Rückfragen aus der Bevölkerung zu diesem Thema. Die Sanierungspläne der Stadt, die vor mehr als einem Jahrzehnt begonnen wurden, beziehen sich auf den südlichen Deichabschnitt entlang des Schweinsberger Moores.

Beim zweiten Abschnitt 300 Meter westlich der Wohnbebauung „Froschwasser“ und dem Abschnitt nordwestlich Schweinsbergs bis zur Gemarkungsgrenze Rüdigheim sei die Stadt ihrer Unterhaltungspflicht schließlich im Jahre 2008 ja nachgekommen, erklärt Fleischhauer.

„Ich habe jetzt schon Sorge, wenn ich an das Frühjahrshochwasser im nächsten Jahr denke“, sagt Fleischhauer und beschreibt ein Unglücksszenario aus seiner Sicht: Sollten Bäume auf dem Deich bei Unwettern umstürzen, könnte es letztlich zu Deichbrüchen kommen. Im Auge hat der Ortsvorsteher dabei etwa Ahornbäume mit großen Kronen auf dem Deich. Um diese Bäume und deren Fällung könnte es ohnehin Konflikte mit der Naturschutzbehörde geben, hatte Bürgermeister Christian Somogyi schon im Sommer erläutert. Bei einem Deichbruch erwartet Fleischhauer, dass Schweinsberg, dass rundherum eingedeicht ist, vollläuft wie eine Wanne.

Ein Dorn im Auge ist dem Ortsvorsteher auch der Einstau am Schweinsberger Moor und die Tatsache, dass der Deichfuß dadurch bedingt ständig durchnässt ist. Sein Fazit: „Hochwasserschutz geht vor Naturschutz.“ Und ohnehin habe ja auch der Gutachter festgestellt, dass Bewuchs auf Deichen nichts zu suchen hat.

Das Regierungspräsidium (RP) Gießen betreibt auf Antrag der Stadt momentan ein Planfeststellungsverfahren, um zu Baurecht für die Sanierungspläne zu kommen (die OP berichtete mehrfach). Wie RR-Sprecherin Gabriele Fischer auf Nachfrage erläutert, wird der Abschluss frühstens im erstens Quartal nächsten Jahres möglich sein. Derzeit befinde man sich immer noch im Anhörungsverfahren, es lägen noch nicht alle Stellungnahmen von Fachbehörden vor.

Doch was ist mit den vom Ortvorsteher konkret angesprochenen Gefahren, etwa durch eine Durchnässung des Deichfußes? Das Regierungspräsidium hält diese Durchnässung für unproblematisch und verweist darauf, dass dies bei vielen Deichanlagen an Gewässern vorkomme. „Deiche sind technische Anlagen, auf denen idealerweise nur Gras zur Sicherung der Oberfläche sein soll“, erläutert Sprecherin Fischer in ihrer Antwort auf eine OP-Anfrage. Doch sie betont auch, dass ein Teil des Deichbewuchses als Sichtschutz für Wasservögel gedacht war, um deren Störung zu vermeiden. „Um die technischen Erfordernissen trotzdem zu beachten und die Standsicherheit zu gewährleisten, wird der Deich landseitig verbreitert“, teilt das RP dazu mit.

Mit der Sanierung verfolgt die Stadt auch das Ziel, bei einem Hochwasser die Deichverteidigung zu verbessern.

An dem fraglichen etwa 500 Meter langen Abschnitt fehlt der inzwischen vorgeschriebene Deichverteidigungsweg. Um einen solchen Weg zu schaffen, hatte der Wasserverband Lahn-Ohm in Kirchhain seinerzeit sogar Gartenhütten abbrechen lassen müssen.

von Michael Rinde

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