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Sternsinger kommen auf Bestellung

Spendenaktion Sternsinger kommen auf Bestellung

„Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit!“ So lautet das Motto der Sternsingeraktion, die vielerorts inzwischen ökumenisch ausgerichtet ist.

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Alljährlich statten die Sternsinger aus Neustadt und Momberg gemeinsam dem Rathaus einen Besuch ab.

Quelle: Karin Waldhüter

Neustadt. Ab Freitag sind wieder die Sternsinger unterwegs, verkünden die frohe Botschaft, dass Jesus geboren ist, segnen die Häuser und sammeln Geld für Menschen, die Hilfe benötigen – allerdings hat sich in den vergangenen 25 Jahren, in denen es beispielsweise in Neustadt die Aktion gibt, so einiges verändert. War der Besuch der Sternsinger früher eine rein katholische Veranstaltung, so ist sie inzwischen ökumenisch ausgerichtet:

„Seit einigen Jahren sind bei uns auch evangelische Kinder mit unterwegs“, berichtet Mechthild Lotz, Gemeindereferentin der katholischen Kirche „Heilige Dreifaltigkeit“ und ergänzt, dass katholische Jungen und Mädchen wiederum auch am Krippenspiel in der evangelischen Kirche mitwirken. Die Organisation und Begleitung der Sternsinger-Aktion liegt indes noch vornehmlich in Händen der katholischen Kirchengemeinde.

Kern der Sternsinger bilden die Erstkommunionkinder

Eine weitere, auffällige Veränderung ist, dass die Sternsinger in Neustadt, Momberg und weiteren Gemeinden nur noch Häuser aufsuchen, die im Vorfeld um einen Besuch gebeten haben. „Es gab das Problem, dass die Kinder immer mal wieder abgewiesen wurden“, erklärt Lotz. Früher sei es selbstverständlich gewesen, dass die Sternsinger im neuen Jahr von Haus zu Haus zogen. „Aber es ist nicht schön, wenn die Kinder hören, dass sie nicht gewollt werden. Das hätte es früher nicht gegeben“, ergänzt die Gemeindereferentin und bedauert, dass der Ton beim Abweisen auch einige Male äußerst schroff gewesen sei: „Das muss nicht sein.“

Waren früher zumeist fünf Jungen und Mädchen unterwegs – drei als Könige sowie ein Stern- und ein Kassenträger – so sind es inzwischen oftmals nur noch drei Könige, die Stern und Kasse gleich mit sich führen. Das liege daran, dass die Geburtenjahrgänge schwächer seien und mehr um Mitstreiter geworben werden müsse, erläutert Lotz: „Den Kern bilden die Erstkommunionkinder. In diesem Jahr sind das 14 – aber man braucht natürlich noch ein paar mehr. Bei uns sind meistens 20 bis 25 Kinder unterwegs.“

Neustädter besuchen 
fast 200 Haushalte

Dass sich unter ihnen selten ein, wie es früher hieß, „Mohr“ unter den Heiligen Drei Königen befinde, habe keinen tieferen Hintergrund, kommentiert die Neustädterin auf Rückfrage dieser Zeitung. Natürlich würde er inzwischen politisch korrekt unter dem Titel „schwarzer König“ laufen: „Grundsätzlich gibt es ihn noch.“ Allerdings gibt es heutzutage ein ganz anderes Problem: Viele Kinder sind Allergiker und vertragen schlicht keine Farbe im Gesicht.

195 Haushalte besuchen die Sternsinger in diesem Jahr in Neustadt – ein fester Stamm, der in den vergangenen Jahren zugenommen hat: Um genau zu sein sind es in diesem Jahr 30 Häuser mehr als noch 2015. Am Freitag und Samstag werden sie unterwegs sein und beispielsweise auch das Rathaus, ein Seniorenheim, die Kindergärten und sogar eine Arztpraxis besuchen. Dort seien die Sternsinger besonders gerne gesehen, so Lotz: Kranke Menschen könnten den Segen und gute Worte in ihrer jeweiligen Situation schließlich gut gebrauchen.

Auf ihrem Weg durch die Ortschaften sammeln die Kinder aber auch Geld, das in diesem Jahr nach Indien fließen soll. Die notwendigen Informationen haben die Neustädter aus einem von Fernsehstar Willi Weitzel gedrehten Film. „Wir schauen seine Beiträge jedes Jahr“, berichtet Lotz.

Weltweit 71.000 Projekte unterstützt

Ihre Schützlinge hätten nun die notwendigen Hintergrundinformationen und wüssten, dass in Indien viele Kinder keinen Zugang zu Bildung haben und stattdessen schwer arbeiten müssen: „Die Projekte, die über die Spendengelder finanziert werden, sind solche, die Hilfe zur Selbsthilfe geben – zum Beispiel gibt es Unterstützung beim Aufstellen von Bildungsprogrammen.“

Seit dem Jahr 1959 gibt es die Aktion „Dreikönigssingen“, die vom Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend getragen wird. Sie hat sich zur weltweit größten Solidaritätsaktion entwickelt, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Mehr als eine Milliarde Euro sammelten die Jungen und Mädchen dabei und unterstützten so weit über 71.000 Projekte für benachteiligte Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien sowie Osteuropa. In Neustadt gibt es das Sternsingen seit nunmehr rund 25 Jahren.

Mechthild Lotz war – abgesehen von einer Babypause – immer mit dabei. „Ich bin begeistert, dass Kinder etwas für Kinder tun und möchte das unterstützen“, erklärt sie ihre Motivation und freut sich, wie toll sich die Jungen und Mädchen ansprechen ließen. Am meisten beeindruckt habe sie allerdings, dass die Kinder erkannt hätten, dass auf unserer einen Welt Menschen in unterschiedlichen Bedingungen leben und diese auch unterschiedlich Verantwortung übernehmen müssen.

von Florian Lerchbacher

 Sternsinger im Ostkreis

In Kirchhain werden die Sternsinger der katholischen und evangelischen Gemeinde am Samstag um 9 Uhr in der katholischen Kirche St. Elisabeth ausgesandt, um zunächst den Segen in die heilpädagogische Gemeinschaft, in das Alten- und Pflegeheim Haus Elisabeth und in die Stadtverwaltung zu bringen. Am Sonntag nach dem Gottesdienst (10.30 Uhr) besuchen sie dann Familien in Kirchhain, Langenstein und Großseelheim .

In Anzefahr findet am Samstag um 17.30 Uhr eine Messe mit Aussendung der Sternsinger statt, in Himmelsberg um 19 Uhr. Das Gleiche gilt am Sonntag um 9 Uhr für Stausebach , um 9.30 Uhr für Emsdorf und um 10.30 Uhr für Sindersfeld.

In Niederklein besuchen die Sternsinger am Samstag ab 10 Uhr die Familien.

In Stadtallendorf sind die Sternsinger im Gebiet von St. Michael am Samstag sowie im Gebiet von Christkönig am Sonntag unterwegs. Im Gebiet von St. Katharina müssen sich die Familien bis Sonntag, 14. Januar, nach dem Hochamt um 10.30 Uhr gedulden.

In Momberg sind die Sternsinger am Samstag unterwegs.

In Rüdigheim findet am Samstag um 19 Uhr eine Vorabendmesse mit Aussendung der Sternsinger statt, die noch am gleichen Tag sowie am Sonntag im Ort und in Schweinsberg den Segen in die Häuser bringen. In Erfurtshausen sind die als Heilige Drei Könige verkleideten Kinder am Sonntag ab 10 Uhr unterwegs.

Die drei anderen Orte der Seelsorgeeinheit müssen derweil noch eine Woche warten: In Amöneburg (Messe am 14. Januar ab 10.15 Uhr) und Roßdorf (Messe ab 10.30 Uhr) bringen die Sternsinger samstags und sonntags den Segen, in Mardorf (Messe um 9 Uhr) lediglich am Sonntag, 14. Januar.

Diese Termine stammen größtenteils aus im Internet veröffentlichten Pfarrbriefen. Sollten Daten fehlen, können Sie diese per E-Mail an stadtallendorf@op-marburg.de oder telefonisch unter 06428/9262-15 oder -13 nachmelden.

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