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200 Kühe versorgen Dorf mit Heizenergie

Bioenergiedorf 200 Kühe versorgen Dorf mit Heizenergie

Bis 2040 will sich der Landkreis Marburg-Biedenkopf autark mit erneuerbaren Energien versorgen – dieses Ziel ist Konsens in Kreispolitik. Josbach spielt eine Vorreiterrolle.

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Josbachs Ortsvorsteher Michael Emmerich steht am Anfang der Nahwärmeleitung. Rechts steht der Vergärungsbehälter, in dem das Biogas erzeugt wird. Durch die gelben Leitungen strömt das Gas in das Generatorenhaus (im Hintergrund), wo zwei gasbetriebene Motoren Strom und Wärme erzeugen.

Quelle: Matthias Mayer

Josbach. Der 400 Einwohner zählende Rauschenberger Stadtteil ist seit heute das zweite Bionenergiedorf des Landkreises und das erste, das seine Heizenergie höchst wirtschaftlich und umweltfreundlich aus der kostenlosen Abwärme einer Biogasanlage bezieht. Vereinfacht gesagt, versorgen 200 Kühe mit ihren Hinterlassenschaften den Ort mit Heizenergie.

Das zwei Kilometer lange und eine Million Euro teure Nahwärmenetz wird heute erstmals von der Biogasanlage der Familie Staffel aufgeheizt. Damit meldet der Netzbetreiber, eine von Josbacher Bürgern gegründete Genossenschaft, schon drei Jahre nach dem Einstieg in die konkrete Planung Vollzug.

39 Häuser sind angeschlossen an das Netz, das sich derzeit vom Bürgerhaus durch das Unterdorf bis zur Eichwald-Siedlung auf der anderen Seite der Bundesstraße 3 erstreckt. „Das ist eine Anschlussquote von 80 Prozent im Netzbereich“, erklärt Ortsvorsteher Michael Emmerich, der zugleich dem Vorstand der Genossenschaft angehört. Die Kapazität der Anlage reicht für weitere elf Häuser.

Michael Emmerich denkt bereits an eine Erweiterung: „Ziel ist es, dem gesamten Ort mit seinen 120 Haushalten Anschlussmöglichkeiten zu schaffen. Das wollen wir relativ zügig angehen.“

von Matthias Mayer

Mehr lesen Sie am Donnerstag in der Printausgabe.

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