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15 600 Stunden Arbeit für die Kleiderstube

Ehrung 15 600 Stunden Arbeit für die Kleiderstube

Das unermüdliche Engagement der Gründerin und guten Seele der Kleiderstube der evangelischen Kirchengemeinde, Ilse Kownatzki, wurde mit dem goldenen Kronenkreuz der Diakonie gewürdigt.

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Ilse Kownatzki (Vierte von links) erhielt von Pfarrer Uwe Seibel die Ehrungsurkunde. Foto: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. „Das bin ich ja nicht alleine“, sagte Ilse Kownatzki, nachdem Pfarrer Uwe Seibel von der Diakonie Hessen den Text der Urkunde vorgelesen hatte. „Das sagt alles über ihre Bescheidenheit aus“, meinte Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi. Das goldene Kronenkreuz ist die höchste Auszeichnung, die von der Diakonie vergeben wird. Der Stadtallendorfer Pfarrer Thomas Peters sagte zum 25-jährigen Bestehen der Kleiderstube in der ehemaligen Küsterwohnung. „Das ist ein Ort der Begegnung, der viele Menschen erreicht, auch Menschen, die nicht zum Gottesdienst kommen.“ Es seien einige Helferinnen gewesen, die in den 25 Jahren in der Kleiderstube mitgeholfen hätten und einige von ihnen auch über eine sehr lange Zeit.

Ilse Kownatzki habe vor genau 25 Jahren angefangen und sei immer noch aktiv. Beim Hessentag 2010 hätte die Kleiderstube die einzige Pause eingelegt, da die Räume für eine Ausstellung benötigt wurden. Danach ging es in den renovierten Räumen weiter. „Wir hatten auch in den Ferien nie geschlossen“, erklärte die Geehrte dazu.

Voller Hochachtung sprach Pfarrer Uwe Seibel von der Leistung von Ilse Kownatzki. Pfarrer Peters hätte ausgerechnet, dass sie 1300-mal die Tür zur Kleiderstube geöffnet hätte. Bei 12 Stunden in der Woche seien dabei 15 600 Stunden ehrenamtlicher Einsatz zusammengekommen. Besonders müsse das hohe Maß an Disziplin von Ilse Kownatzki gewürdigt werden. Trotz des Todes ihres Sohnes und eigener Krankheit hätte sie immer weitergearbeitet. Zusammen mit ihren derzeit sechs Mitarbeiterinnen habe die Kleiderstube Einnahmen von etwa 10 000 Euro im Jahr. Geld, das nach Abzug der Kosten für die Räume in der Diakonie verwendet werde.

„Die Menschen, die zu Ihnen kamen waren froh“, sagte der Bürgermeister und lobte Ilse Kownatzkis Verlässlichkeit und ihre Großherzigkeit. Gleichzeitig stellte Somogyi eine Ehrung durch die Stadt in Aussicht. „Es ist eine evangelische Einrichtung, aber es gab nie Unterschiede“, betonte die Geehrte. So hätten katholische Frauen mitgewirkt und zu den Kunden zählen auch Muslime. „Wer einmal bei der Kleiderstube war, der geht nicht weg“, sagte die 82-jährige Ilse Kownatzki und ergänzte: „Für mich bedeutet die Kleiderstube nach meiner Krankheit ein Aufleben.“

von Klaus Böttcher

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