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111 Erksdorfer wollen ans Netz

Nahwärmegenossenschaft 111 Erksdorfer wollen ans Netz

Die Nahwärmegenossenschaft Erksdorf ist seit ihrem Gründungstermin stetig gewachsen. Nach jetzigem Stand dürfte Erksdorf das größte Bioenergiedorf im Ostkreis werden.

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Noch in diesem Jahr sollen auch in Erksdorf die Nahwärmerohre verlegt werden. Das Bild entstand in Schönstadt.

Quelle: Tobias Hirsch

Erksdorf. Noch blasen große Ventilatoren die Wärme der Biogasanlage in Erksdorf ungenutzt in die Atmosphäre. Wenn alle Planungen so umgesetzt werden, wie es sich die Nahwärme-Genossenschaft Erksdorf vorstellt, ändert sich das bis Jahresende. „Wenn es nicht noch Schwierigkeiten mit Genehmigungen gibt, wollen wir wie vorgesehen bis zum Jahresende erste Anschlüsse gelegt haben“, sagt Sabine Brathge. Die Diplom-Ingenieurin ist Vorsitzende der Genossenschaft Nahwärmenetz Erksdorf, die sich Ende März gebildet hat.

Bei der Gründungsveranstaltung schrieben sich 75 Mitglieder ein. Inzwischen sind es bereits 111 Genossenschaftler, die sich engagieren werden. Damit liegt die Mitgliederzahl ganz dicht an der Zahl der Erksdorfer, die sich im Vorfeld für einen Anschluss ans Nahwärmenetz gemeldet hatten. Das waren seinerzeit 120. Gemessen an der Ortsgröße seien 111 Mitglieder schon eine beachtliche Zahl, freut sich die Genossenschafts-Vorsitzende. Zum Vergleich: In Schwabendorf wollen sich 78 Haushalte anschließen lassen, in Josbach, dem ersten Bioenergiedorf im Ostkreis, sind es 38.

Und noch immer können sich Kurzentschlossene bei Sabine Brathge melden, auch wenn die Planungen mittlerweile fortgeschritten sind. „Wenn sich jetzt noch jemand meldet, könnt es sein, dass geringe zusätzliche Planungskosten entstehen“, erläutert Brathge. Problematisch werden nachträgliche Anschlüsse, wenn die Nahwärmerohre bereits in der Erde liegen.

Dann entstehen erhebliche Zusatzkosten. Ansonsten bringt jedes Genossenschaftsmitglied insgesamt 5000 Euro auf, von denen 500 Euro sofort zu zahlen sind.

Offiziell befindet sich die Genossenschaft aber immer noch in der Gründung. Mittlerweile liegt der Registrierungsantrag der neuen Genossenschaft beim Amtsgericht vor. Mit der Eintragung rechnet der Vorstand innerhalb kurzer Zeit. Eine wichtige formale Hürde ist vorher bereits genommen worden. Der Geschäftsplan der Nahwärmenetz Erksdorf eG (in Gründung) wurde vom Genossenschaftlichen Prüfungsverband geprüft. Der Verband hat ein ein positives Gutachten für die Erksdorfer abgegeben.

Die Stadt Stadtallendorf will die Abgabe einer Bürgschaft für den Nahwärmenetzbau prüfen, sobald der offizielle Antrag aus Erksdorf vorliegt. Für diesen Antrag braucht die Genossenschaft noch aktuelle technische Daten, etwa zur endgültigen Trassenlänge. Liege der Antrag vor, müssten nötige Auflagen der Stadt für diese Millionenbürgschaft geklärt werden, erläuterte Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi (SPD) auf Anfrage dieser Zeitung.

Für die Genossenschaft hätte es Vorteile, wenn die Stadt eine Bürgschaft übernähme. Der Zinssatz für das nötige Darlehen fiele dann geringer aus. In anderen Bioenergiedörfern reduzierte sich der Bankzins bei Bürgschaften um einen Prozentpunkt. Angesichts der Millionensumme macht sich das am Ende schon deutlich bemerkbar. Ob die Stadt selbst Gebäude anschließen wird, ist ebenfalls noch nicht geklärt. Zurzeit laufe die Wirtschaftlichkeitsprüfung, sagt Somogyi.

Er steht der Genossenschaft und ihrem Anliegen weiterhin positiv gegenüber: „Die Politik will die Energiewende. Auch wir als Kommune machen das, was möglich ist, um die Energiewende auch zu schaffen. “

Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.nahwärmenetz-erksdorf.de. Interessenten wenden sich an Sabine Brathge, Telefon 06428/449262.

von Michael Rinde

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