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100 Soldaten in Mali im Einsatz

Bundeswehr-Standort Stadtallendorf 100 Soldaten in Mali im Einsatz

Rund 100 Soldaten vom Standort Stadtallendorf sind im kommenden Jahr in Mali im Einsatz. Als Zeichen der Verbundenheit überreichte Bürgermeister Christian Somogyi ein Stadtschild.

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Bürgermeister Christian Somogyi (Vierter von rechts) überreichte im Beisein von Generalmajor ­Andreas Marlow, dem Kommandeur der Division Schnelle Kräfte (links), und Brigadegeneral Hans Hoogstraten (Zweiter von rechts) das Ortsschild an die Soldaten, die als nächste in den Einsatz nach Mali gehen.

Quelle: Florian Lerchbacher

Stadtallendorf. „Kommen Sie gesund wieder zurück“, gab Bürgermeister Christian Somogyi acht Soldaten der Division Schnelle Kräfte mit auf den Weg in den Einsatz in Mali. Rund 100 der insgesamt 300 Einsatzkräfte vom Garnisonsstandort Stadtallendorf werden im kommenden Jahr in dem westafrikanischen Krisengebiet ihren Dienst verrichten.

„Das deutsche militärische Engagement im Rahmen der Vereinten Nationen und der Europäischen Union dient der regionalen Stabilisierung. Auch der Einsatz der Division Schnelle Kräfte (DSK) als Leitdivision im nächsten Jahr setzt ein klares Zeichen zur Unterstützung unserer afrikanischen Partner, denn mit unserem Beitrag zur Schaffung einer stabilen Sicherheitslage in Mali sollen positive Auswirkungen für die gesamte Sahelregion erzielt werden“, erklärt Generalmajor Andreas Marlow, der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte, den Hintergrund ihres Einsatzes. Kernaufgabe der UN-Truppen ist die Überwachung der Waffenruhe, welche die malischen Konfliktparteien in einem Friedensabkommen schlossen, sowie den Schutz der Bevölkerung.

Während Fallschirm- und Heeresfliegerregimente in Mali zumeist die „Gruppenkörper“ stellen, werden die Stadtallendorfer vornehmlich mit Einzelpersonen in den Städten Bamako, Koulikoro und Gao, aber auch in Somalia und dem Nord-Irak, vertreten sein. Die Spezialisten aus seiner Division sind beispielsweise bei Rettungseinsätzen, als Aufklärer und Informationensammler zur Lage­bewertung und zur Unterstützung der Bodenkräfte tätig sowie in der Ausbildung malischer Sicherheitskräfte, erläutert Marlow und stellt heraus, dass die Fallschirmjäger erstmals seit drei Jahren wieder im Einsatz sein werden.

Die DSK stellt seit Anfang dieses Jahres bereits Hubschrauber für „Minusma“ (Abkürzung aus dem Französischen für die „Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali“) bereit, zudem sind dort niederländische Soldaten – die zur DSK gehören – im Einsatz. „Diese Friedensoperation ist eine der gefährlichsten Missionen seit Jahren“, kommentiert Brigade­general Hans Hoogstraten, einer der beiden stellvertretenden Divisionskommandeure.

Die Lage in dem afrikanischen Land sei sehr komplex, fügt Marlow hinzu. Der Islamische Staat, die Terrororganisation Al-Kaida, islamistische Terroristen, Rebellen – die Liste der Bedrohungen ist lang. Eine der Hauptgefahrenquellen für die Soldaten sind laut Marlow improvisierte Sprengfallen.

Alle Truppenteile der Division Schnelle Kräfte stellen im kommenden Jahr Heereskräfte für die Minusma-Mission und die Ausbildungsmission EUTM – einer multinationalen Mission der Europäischen Union mit Hauptquartier in Bamako, bei der die malischen „Forces Armées et de Sécurité“ eine militärische Grundlagenausbildung und Beratung erhalten. „Die Ausbildung und Ertüchtigung von ausländischen Sicherheitskräften sind zukunftsträchtige Aufgabenfelder, die Hilfe zur Selbsthilfe darstellen und langfristig der Konfliktverhütung und -vorbeugung dienen sollen“, betont Marlow.

250 deutsche sowie 150 niederländische Soldaten sind bereits in Mali im Einsatz. „Insgesamt werden bis Ende September 2018 etwa 1 800 deutsche und niederländische Soldatinnen und Soldaten in zwei Rotationen im Einsatz in Mali sein“, fügt Marlow hinzu.

Den Stadtallendorfern, die als nächste nach Mali gehen, überreichte Somogyi nun ein Schild der Stadt als Zeichen der Verbundenheit und Symbol des Rückhalts. Das sei eine gute Tradition der Garnisonsstädte, kommentierte Marlow und freute sich über das Stückchen Heimat, das seine Soldaten in der Fremde an Stadtallendorf erinnern werde.

von Florian Lerchbacher

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