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Landkreis Online-Abfragen zwingen Kreis-Server in die Knie
Landkreis Online-Abfragen zwingen Kreis-Server in die Knie
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23:47 08.09.2013
Marburg

Kurz nachdem die Wahllokale geschlossen hatten, begann der große Ansturm auf die Ergebnisseiten im Netz. Nachdem es zur Landratswahl keine belastbaren Prognosen gab, war das Interesse an den Zwischenständen offenbar besonders groß.

Während die Auszählung der Stimmen wie am Schnürchen lief und schon kurz nach 18 Uhr die ersten Bezirke ihre Zahlen durchgaben, gab es Probleme bei der Präsentation im Netz: Die Website des Landkreises (marburg-biedenkopf.de) war überlastet. Von 40 Nutzern, die die Seite in Spitzenzeiten aufriefen, kam nur einer durch, sagte Martin Kautz vom technischen Dienstleister der Oberhessischen Presse „Madsack Online“. Kautz hatte die Erreichbarkeit der Kreisseite gemessen.

Auch die  Quelle, aus der die OP ihre Ergebnisse bezog, war dadurch zeitweise nicht abrufbar. Auch wenn die Debatte durch die technischen Probleme nicht so Recht in Gang kam, könnten Netzgemeinde und vor allem die Online-Aktivitäten der Politiker Auswirkungen auf das Wahlergebnis gehabt haben:  Diverse Wahlaufrufe machten bei Twitter die Runde und knapp zwei Stunden vor Schluss der Wahllokale, appellierte Sören Bartol, der Bundestagsabgeordnete der SPD für den Landkreis: „Bis jetzt bei der Landratswahl nur ca. 30 Prozent Wahlbeteiligung! Da geht doch noch mehr!“

Auf der OP-Wahlparty erzählte Bartol dann, dass er von mindestens sechs Menschen wisse, die durch seinen Weckruf animiert wurden wählen zu gehen.Dazu kamen klassische Mobilisierungsversuche wie diese Ketten-SMS der SPD: „Heute ist Landratswahl in Marburg-Biedenkopf. Wählen gehen nicht vergessen, weitersagen: Kirsten Fründt - genau die Richtige.“Mit einem ungewöhnlichen Facebook-Wahlaufruf sorgte Karsten McGovern für Gesprächsstoff.

Der Grüne postete ein Foto von sich an der Wahlurne mit folgendem Hinweis: „Ups! Habe ich auch richtig abgestimmt? Wer McGovern will muss bei ‚Grüne‘ sein Kreuz machen!“ Nach 12 Jahren schwarz-grüner Koalition hat Robert Fischbach (CDU) offenbar so stark abgefärbt, dass sein Stellvertreter nicht mehr weiß, wo er hingehört. Nur was das Wahlergebnis angeht nicht. Fischbach erinnerte sich beispielsweise im Interview auf der Wahlparty, dass er in Kirchhain 1996 bei seiner ersten Wahl 60 Prozent bekommen habe. Da kam in der Ohmstadt bei dieser Wahl mit sieben Kandidaten natürlich niemand ran – McGovern holte 21,09 Prozent der Stimmen.

von Thomas Strothjohann

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