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Nordkreis Zwischen „Unternehmer“ und „Anleger“
Landkreis Nordkreis Zwischen „Unternehmer“ und „Anleger“
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20:01 18.06.2010
Die Technik eines Umspannwerks sieht für Laien verwirrend aus. Die Frage der Neuvergabe der Stromkonzession muss es nicht unbedingt sein – wenn man weiß, was man will. Quelle: Agricola

Sterzhausen. Anhand des Fragenkatalogs der Gemeindegremien, den beide Bewerber – die Stadtwerke Marburg und der bisherige Netzbetreiber Eon Mitte AG – beantwortet haben, lassen sich wichtige Fragen im Zusammenhang mit der Vergabe der Stromkonzession im direkten Vergleich betrachten.

Das Angebot der Bewerber zum Konzessionsvertrag, also der Nutzungserlaubnis für öffentliche Wege und Flächen ist gleich. Das liegt daran, dass der Gesetzgeber eine maximale Abgabe festgeschrieben hat, die beide Bewerber zahlen dürfen (und die bis jetzt auch schon üblich war). Darüber hinaus ist es gesetzlich nur erlaubt, einen 10-prozentigen Kommunalrabatt auf in öffentlichen Gebäuden verbrauchten Strom zu gewähren, allerdings nur auf das Netznutzungsentgelt.

Mit dem Erteilen der Konzession an einen Anbieter wären dann weitere Vereinbarungen möglich. Und hier bieten Stadtwerke und Eon der Gemeinde einiges an, wobei die Angebote sich in vielem gleichen.

Die Stadtwerke Marburg bieten eine gemeinsame Netzbetreibergesellschaft an, in der die Partner im Verhältnis ihrer Einlagen am Erlös beteiligt sind. Dazu muss zunächst die Stromkonzession an die Stadtwerke vergeben werden, im nächsten Schritt das Netz vom bisherigen Betreiber Eon zurückgekauft werden. Angesichts des angrenzenden Gebiets und dem attraktiven städtischen Netz würde sich auch eine kleine Lösung (Marburg/Lahntal) für die Gemeinde wohl nicht nachteilig auswirken.

Allerdings entscheidet der Netz-Kaufpreis, der vermutlich vor Gericht ermittelt werden muss, darüber, wie hoch eine Rendite aus dem Netzgeschäft sein wird. Sollte sich die Gemeinde dies nicht leisten können, kaufen die Stadtwerke das Lahntaler Netz und betreiben es. Dann hätte lediglich der Konzessionsnehmer gewechselt. Sinnvoll ist der Wechsel für die Gemeinde also nur, wenn sie auch vorhat, das Netz zu erwerben.

von Michael Agricola

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der gedruckten OP.

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