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Nordkreis Zwischen Tourismus-Visionen und Geldsorgen
Landkreis Nordkreis Zwischen Tourismus-Visionen und Geldsorgen
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19:22 04.12.2011
Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (links) und Tourismusmanager Armin Feulner, hier bei der Präsentation des Wandersaison-Flyers auf dem Christenberg, kämpfen um den Erhalt des Burgwald-Tourismusvereins. Quelle: Michael Agricola

Wetter. Der Vorsitzende des Vereins, Wetters Bürgermeister Kai-Uwe Spanka, und der Tourismusmanager Dr. Armin Feulner, hatten zu der Diskussion am Donnerstagabend in die Stadthalle Wetter eingeladen, um einerseits weitere Informationen über die Arbeit der TAG zu geben und andererseits aufzuzeigen, was es bedeuten würde, wenn es sie nicht mehr oder nur noch in „abgespeckter“ Weise gäbe.

Worum geht es?

Hintergrund der Diskussion ist, dass mehrere Mitgliedsgemeinden angesichts ihrer angespannten Haushaltslage die weitere (finanzielle) Beteiligung an der Arbeitsgemeinschaft in Frage gestellt haben.

Wohratal hat den Ausstieg im Parlamentsbeschluss bereits besiegelt, in Rauschenberg gibt es nach Angaben von Bürgermeister Manfred Barth einen Magistratsbeschluss, der dem Parlament den Ausstieg empfiehlt.

Was wird geleistet?

Mit der Stelle des Tourismusmanagers Feulner und einer Stundenkraft koordiniert das Büro in Wetter die Werbung für die touristischen Angebote im Burgwald – über Faltblätter, Karten, Presseartikel in der Region und außerhalb sowie mit der Präsenz auf Messen.

Sie ist aber auch Verbindung zu den ehrenamtlich tätigen Wanderwegepaten, zu den touristischen Betrieben und Mitgliedern. Seit Feulners Amtsantritt habe sich die Zahl der „Leistungsträger“, also der touristischen Anbieter, innerhalb des Vereins von 11 auf 63 erhöht. Feulner errechnete einen Gesamtumsatz von 20 Millionen Euro, die durch Tourismus in die Region geflossen sei. Harte Zahlen jedoch seien im Tourismus kaum herauszufiltern.

Was soll sich ändern?

Die Transparenz, was mit dem Geld erreicht wird, soll erhöht werden, auch wenn etwa der Linke Rüdiger Draheim (Wetter) fragte, was mit einer 30-Stunden-Woche denn noch geleistet werden solle: Feulner solle doch vor allem nach außen wirken. Willi Göbel von den Lahntaler Grünen würde nach seinen Worten seine Parlamentskollegen gern von einer weiteren Zusammenarbeit überzeugen, ihm fehlten jedoch konkrete Aussagen, aus denen man herauslesen könnte, welchen Vorteil die einzelne Gemeinde durch die Zusammenarbeit habe.

Was droht bei Austritt?

Wenn eine Gemeinde die Arbeitsgemeinschaft verlässt, muss sie sich einer anderen Tourismusregion anschließen oder in Eigenregie werben. Das würde kaum billiger werden. Die kreiseigene Tour GmbH könne dort laut dem langjährigen Regionalentwickler Gerd Daubert nicht voll einspringen, dort brauche man immer auch „einen Kümmerer vor Ort“, wie es Feulner für den Burgwald ist.

Konsequenzen hätte der Austritt von einer oder mehreren Kommunen aber auch für die anderen, die das fehlende Geld mit weniger Partner zusätzlich aufbringen müssten. Klaus Weisenfeld von der Münchhäuser SPD forderte hier Klarheit, ob die Kommunen, die die Zusammenarbeit fortsetzen wollten, am Ende 17 000 Euro mehr schultern müssten.

Wie geht es weiter?

Die bisherige Finanzierung ist bis Ende Mai 2012 gesichert. Bis Ende Januar wünscht sich Kai-Uwe Spanka eine Entscheidung, denn es hänge ja auch eine Stelle daran. Zugesagt wurde, dass die Parlamentarier noch präzisere Informationen erhalten.

von Michael Agricola

Mehr lesen Sie am Montag in der gedruckten Ausgabe der OP.