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Nordkreis Zwei Vereinsgründer spielen noch mit
Landkreis Nordkreis Zwei Vereinsgründer spielen noch mit
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06:15 16.08.2012
Zum Seniorennachmittag und Harkauertreffen spielte der Musikverein Deutschkreutz unter seinem Dirigenten Robert Paposci Blasmusik. Auch Bürgermeister Kai-Uwe Spanka klatschte begeistert mit. Quelle: Manfred Schubert
Wetter

Die Blasmusik der Stadtkapelle Wetter wirkt auch nach 50 Jahren immer noch frisch und jung. Neben der Pflege traditioneller Stilrichtungen war sie auch stets offen für Neues, so dass es immer wieder gelingt, unter anderem dank guter Jugendarbeit neue Musiker für die Mitwirkung zu begeistern.

Tausende Zuschauer kamen zum Festzug in Wetter – 50 Jahre Stadtkapelle und 6. Internationales Musik- und Trachtenfest.

Mehrere Redner unterstrichen während des Festkommerses in der Stadthalle, dass viele Musiker nicht nur aus Wetter und seinen Stadtteilen, sondern aus weiterem Umkreis stammen, aber sich dennoch problemlos mit dem Namen Stadtkapelle identifizieren können und gerne Wetter repräsentieren würden. Unter den etwa 180 Gästen waren auch Delegationen aus den Partnergemeinden Deutschkreutz und Reinsdorf.

Dies entspricht einer Tradition, die bis in die Gründungszeit zurückgeht. Wilfried Liebmann, Vorsitzender von 1990 bis 1994, erinnerte in seiner Festrede zur Geschichte der Stadtkapelle daran, dass die Initiative zur Gründung von drei nicht aus Wetter stammenden Männern ausging. Josef Balk und Hans Reiser kamen aus Bayern, Franz Schmidt war aus dem Sudetenland zugezogen. Die ersten Proben ab dem Frühjahr 1962 wurden in Balks Schneiderwerkstatt abgehalten, aber da die Zahl der Interessenten von Woche zu Woche stieg, die sich schon damals auch aus dem Umland rekrutierten, musste man bald in die Alte Schule umziehen. Am 5. Oktober erfolgte in der Gaststätte Niermann die Vereinsgründung, am 1. November 1962 das erste Konzert auf dem Marktplatz.

Als erster von mehreren Grußwortrednern unterstrich Landrat Robert Fischbach die Bedeutung der Stadtkapelle als Aushängeschild nicht nur von Wetter, sondern für den ganzen Landkreis und darüber hinaus. „Ich habe sie schon oft gehört und sage ihnen, ich bin ein Fan dieser Kapelle“, unterstrich er.

Liebmann, der zuvor erklärt hatte, die Stadtkapelle habe bisher Glück mit ihren Vorsitzenden sowie den bisher lediglich fünf Dirigenten gehabt, dehnte diesen Begriff auch auf die Bürgermeister der Stadt aus, von denen es seit der Gründung nur drei gab, als er Kai-Uwe Spanka ans Mikrofon bat.

Dieser griff den Steilpass zu Erheiterung der Zuhörer auf: „Dann wollen wir mal hoffen, dass es auch in den nächsten Jahren nur drei bleiben.“ Die Stadtkapelle begleite ihn schon seit seiner Schulzeit in Wetter, sei für ihn immer ein Repräsentant der Stadt gewesen. „Ich bin stolz, dass ihr euer Wappen auf Fahne und Kleidung tragt, aber glaube, ihr tragt es auch im Herzen“, schloss er.

Zum Marsch der Stadt Wetter erhoben sich alle Zuhörer von ihren Plätzen und klatschten mit, gaben sich damit aber nicht zufrieden und erklatschten sich begeistert eine Zugabe. Nach mehr als eineinhalb Stunden war der Kommers beendet und es folgte der Umzug in das Festzelt. Dort begeisterte die Band Aischzeit mit einer feurigen Bühnenshow und einer flotten Mischung von Stimmungsliedern bis zu rockigen Stücken die etwa 600 Gäste bis drei Uhr nachts.

Gute Stimmung herrschte auch am nächsten Abend im Zelt mit der Partyband Tollhaus, die vor 900 Gästen ebenfalls bis drei Uhr spielte. Vorangegangen war ein Kinderfest neben dem Stadtkapellen-Vereinsheim. Nach dem Durchlaufen von sechs Spielstationen erhielten die Kinder eine Kappe der Stadtkapelle. Außerdem konnten sie sich schminken lassen und an einem Luftballonwettbewerb beteiligen.

Die Preise für die Gewinner sollen während des Adventsspielens bekannt gegeben werden. Zeitgleich fand im Festzelt ein Seniorennachmittag und Harkauertreffen mit Blasmusik vom Musikverein Deutschkreutz statt. Unter den rund 300 Teilnehmern waren etwa 50 Harkauer aus ganz Deutschland, welche die Stadtverwaltung angeschrieben und eingeladen hatte.

Ehrungen: Zwei der sechs geehrten Gründungsmitglieder spielen heute noch mit und belegen so, dass Musizieren fit hält. Karl-Wilhelm Hilberg aus Wetter bläst Tenorhorn, Karl Koch aus Niederwetter Posaune. Für 50 Jahre als aktive Musiker erhielten sie die goldene Ehrennadel mit Diamant der Bundesvereinigung Deutscher Blas- und Volksmusikverbände, die deren Ehrenpräsident und Präsident des Hessischen Musikverbandes, Horst Sassik, überreichte.

Goldene Ehrennadeln dieses Verbandes für 50 Jahre Förderung gingen an Heinrich Müller, Georg Junk (beide Wetter), Josef Balk (Fronhausen-Sichertshausen), und, in Abwesenheit, Adolf Schmidt (Niederwetter). Außerdem gab es für alle Geehrten Goldene Ehrenmedaillen der Hessischen Vereinigung für Tanz- und Trachtenpflege (HVT) sowie Ehrungen des Vereins.

Die Stadtkapelle erhielt zu ihrem 50-jährigen Bestehen unter anderem die Plakette der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände, die erst dreimal in Hessen vergeben wurde, sowie die silberne Ehrentafel der HVT.

von Manfred Schubert