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Nordkreis Zwei Sarnauer geben sich beim Fest das Ja-Wort
Landkreis Nordkreis Zwei Sarnauer geben sich beim Fest das Ja-Wort
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10:38 14.06.2010

Münchhausen. Einen besonderen Höhepunkt erlebten die Besucher des ersten Festtages am Samstag. Keine dargestellte, sondern eine echte Hochzeit wurde gefeiert. Inge Dersch und Daniel Rausch aus Sarnau schlossen auf besondere Weise den Bund fürs Leben.

Das Hochzeitsritual orientierte sich an Motiven aus der Edda und enthielt germanisch-keltische sowie Wicca-Elemente. Entwickelt hatten es Mitglieder der Freyen Ritterschaft zu Mellnau und der Ritterschaft vom Uhlenhorst zu Betzichendorph. Zu letzterer gehört Ulrike Steiner-Eckart, auch bekannt als von Salinheim oder Burgwaldhexe, die die Trauzeremonie leitete.

Zunächst zogen die Sippen von Braut und Bräutigam, angeführt von den jeweiligen Trauzeugen, um das Lager, um sich auf einer freien Wiese zu treffen. Dort fand zunächst die Verhandlung statt. Die Trauzeugen priesen, nicht unbedingt ernst gemeint, die Vorzüge der Heiratswilligen: so sei der Bräutigam im Kampfe bewährt und besitze viele Ländereien, während unter anderem auf die Hüften der Braut hingewiesen wurde, die „viele gesunde Kinder gebären" könne. Schließlich besiegelten die Väter der Brautleute mit Handschlag und Austausch von Geschenken den Vertrag. Anschließend beschenkten sich die Mitglieder beider Sippen symbolisch mit Blumen und zogen gemeinsam mit Holzstäben klappernd durch das Lager.

In einem „Kreis aus Licht, der niemals bricht", einem mit Fackeln und Zweigen abgesteckten Rund, führte „Uodalrike" das Ritual durch, bei dem symbolisch die Elemente Luft, Feuer, Wasser und Erde, die für Weisheit, Kraft, Gefühle und Schutz stehen, angerufen wurden. Auch wenn die Braut während der Vermählung den Hammer des germanischen Gottes Thor hielt, der für Fruchtbarkeit steht, so betonte die Zeremonienleiterin doch den nichtreligiösen Charakter des Ganzen, bevor sich die Brautleute ihr Heiratsversprechen gaben: „Nicht die Götter oder ein Gott, sondern freie Menschen schließen einen Vertrag miteinander."

Auch bei dieser Zeremonie wurden Ringe getauscht und die Brautleute küssten sich am Ende unter dem Beifall der zahlreichen Gäste und Zuschauer.

Leider begann es nach dem Ende der Trauung andauernd zu regnen und kühlte sich stark ab. Das Publikum war schon lange weg, als die für den Abend geplanten Auftritte mit Tanz, Musik, Gaukeleien und Feuershow doch noch begannen und die Hochzeitsgäste, Darsteller und Aussteller gemeinsam noch bis in die tiefe Nacht ausgelassen feierten.

Bereits davor zeigten heimische und auswärtige Gruppen unterhaltsame Schaukämpfe. Stuntman Michael Hewer bot eine vierstündige Einweisung in diese Kunst. Wer nur einmal mit dem Bogen schießen oder Äxte auf eine Zielscheibe werfen wollte, hatte an einem der zahlreichen Stände Gelegenheit dazu. Ebenso konnte man sich mittelalterlich einkleiden, Schmuck oder diverse Ausrüstungsgegenstände erwerben oder sich beim „Runenangeln" von Ulli Dalla-Bona aus Gießen die Bedeutung des Zeichens erläutern lassen.

Führungen zu den Ausgrabungsstätten am Christenberg bot der Geschichtsverein Münchhausen an. Geschichten am Spinnrad erzählte Monika Mosburger. Die Gruppe „Galensang und Wildwuchs“ spielte auf mittelalterlichen Instrumenten zu verschiedenen Zeiten auf. Am von mehr Sonnenschein geprägten Sonntag fand eine internationale Schaukampf-Meisterschaft statt, bei der sich neun Gruppen dem Urteil einer Fachjury stellten.

Den Sieg trugen die Badischen Löwenfechter davon, die schon zum zweiten Mal das Publikum auf dem Christenberg mit ihren Darbietungen begeisterten. Ihren Preis, ein von einem tschechischen Schmied hergestelltes, hoch begehrtes Schwert, schenkten sie zum Dank für das schöne Fest den Organisatoren. Den zweiten und dritten Platz belegten die Freye Ritterschaft zu Mellnau und die Ritterschaft vom Uhlenhorst zu Betzichendorph.

Der Sonntag war zwar sehr gut besucht, aber die 5000er-Marke vom letzten Jahr wurde laut den Veranstaltern diesmal bei weitem nicht erreicht.

von Manfred Schubert

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