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Zusammenstoß war ein Unglück

Tödlicher Mähdrescherunfall Zusammenstoß war ein Unglück

Die Verhandlung gegen einen 53-jährigen Mann, der mit seinem Mähdrescher in einen tödlichen Unfall in Kernbach verwickelt war, endete mit einer Einstellung gegen Zahlung eines Schmerzensgelds.

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Marburg. 2 500 Euro muss der Nebenerwerbslandwirt, der in einem Ort im Hinterland lebt, an die Witwe und den Sohn des getöteten 60-Jährigen zahlen. Nach Ansicht von Richter Dominik Best treffe den Angeklagten nur eine geringe Schuld am Unfall, da er mit seinem Mähdrescher nicht auf seiner Fahrbahn geblieben sondern eine Kurve geschnitten habe. Das Verfahren wegen fahrlässiger Tötung stellte er deshalb am Montag auf Anregung des Verteidigers gegen die Auflage der Schmerzensgeldzahlung an die Angehörigen ein.

Der 53-Jährige befuhr am Mittag des 2. August letzten Jahres mit seinem Mähdrescher die Ortsdurchfahrtsstraße des Lahntaler Ortsteils Kernbach in Richtung Caldern. In einer engen und nicht einsehbaren Linkskurve kam ihm das Opfer, das mit einem Rennrad unterwegs war, entgegen. Beim Bremsversuch stürzte der Radfahrer und rutschte so unglücklich unter das linke Vorderrad des Mähdreschers, dass er sich dabei tödliche Verletzungen zuzog.
Der Anklage der Staatsanwaltschaft zufolge hätte der Angeklagte den Unfall vermeiden können. Ein Gutachten eines Kfz-Sachverständigen kam jedoch zu einem anderen Schluss. Demnach bremsten sowohl der Rad- wie auch der Mähdrescherfahrer unmittelbar nachdem sie sich sehen konnten.

Der Angeklagte, der zunächst keine Angaben zur Sache machen wollte, sagte später, dass er den Angehörigen sein tiefstes Beileid ausdrücken wolle. „Mein Leben hat sich seit dem Unfall sehr verändert“, sagte er. Wenn er einen Radfahrer sehe, zucke er zusammen. Außerdem habe er immer ein Bild des Unfalls vor sich. Unter fahrlässigen Tötungen würden häufig auch die „Täter“ stark leiden, sagte Best in Richtung des 53-Jährigen und wünschte ihm, das Geschehene verarbeiten zu können.

von Stefan Weisbrod

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