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Zirkus wartet auf „besseres“ Wetter

Unterhaltung Zirkus wartet auf „besseres“ Wetter

Jeder Tag bringt Verluste: Mensch und Tier bei „Sarrani“ müssen in Sterzhausen abwarten, bis es kühler wird.

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Zirkus-Chef Alfredo Sarrani wartet auf „besseres Zirkuswetter“. Derzeit ist Zwangspause für Mensch und Tier, das Zelt wurde abgebaut: „Bei dem Wetter kommen keine Besucher.“

Quelle: Michael Agricola

Sterzhausen . Von den sieben in Sterzhausen geplanten Vorstellungen Anfang Juli absolvierten Tiere und Artisten des kleinen Kasseler Zirkus‘ nur drei, dann kam die Hitze und Zirkusdirektor Alfredo Sarrani zog die Notbremse. „Bei diesen Temperaturen ist es im Zelt nicht auszuhalten. Es kommt keiner“, sagt Sarrani. Und für die Tiere sei es eine Quälerei. Seither stehen die Wagen des Wanderzirkus auf dem Festplatz an der Brücke in Sterzhausen und warten auf bessere Bedingungen. „Jeder Tag bringt uns Verluste“, sagt Alfredo Sarrani. Nach seinen Angaben sind bereits 40 Vorstellungen ausgefallen. Dem Zirkusunternehmen, das inzwischen auf seiner festgelegten Route schon kurz vor Kassel sein wollte, bleibt nichts als die tägliche Pflege der Zirkustiere.

Es hätte auch nichts gebracht, weiterzuziehen, finden die Zirkusverantwortlichen, „bei den Temperaturen im Wagen, das können wir den Tieren nicht zumuten“. Mit den Tieren, darunter Kamele, Zebras, Pferde, Hunde und Wasserbüffel, an Kunststücken zu arbeiten, sei nicht möglich, es gehe nur darum, ihnen etwas Auslauf zu verschaffen, sie abwechselnd auf die Koppel zu bringen, so Tiertrainer Carlos Frank. Auch die 45 Menschen, die im Zirkus leben und arbeiten, werden damit auf eine Geduldsprobe gestellt. Sie sind jetzt vor allem damit beschäftigt, möglichst günstig an Futter für die Tiere zu kommen.

Mit dem Platz in Sterzhausen, der auch den Zugang zur Lahn erlaubt, ist die Zirkusfamilie sehr zufrieden. „Wir sind froh, dass man bei der Gemeinde Verständnis hat und uns auf dem Platz stehen lässt. Das erlebt man nicht überall“, sagt Tiertrainer Frank. Für ein wenig Hilfe von außen wären die Zirkusleute derzeit dennoch ganz froh: „Wenn ein reicher Mensch käme und uns mit einer Spende für Futter unterstützen würde, wären wir sehr dankbar“, sagt Alfredo Sarrani, fügt aber sogleich mit aller Deutlichkeit hinzu: „Wir sind kein Bettelzirkus und wir sind finanziell auch nicht am Ende.“ Für den kommenden Freitag hat der Zirkus immerhin um 10 Uhr eine kleine Open-Air-Vorstellung vorbereitet. Und am ganzen Wochenende können die Kinder kostenlos die Zirkustiere anschauen, sagt der Direktor.

von Michael Agricola

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„Wir sind kein Bettelzirkus“, hatte Zirkuschef Alfredo Sarrani vergangene Woche gesagt, als die OP über den wegen der Hitze derzeit in Sterzhausen festsitzenden Zirkus berichtete.

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