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Zeugen und Angeklagter bleiben fern

Aus dem Gericht Zeugen und Angeklagter bleiben fern

Es ist noch kein Wort gesagt, doch die beiden nicht erschienenen Zeuginnen zahlen schon mal ein Ordnungsgeld in Höhe von jeweils 150 Euro.

Marburg. Wohl frei nach dem Motto, „Wo kein Angeklagter und keine Zeugen dort auch keine Verurteilung“ blieben in der vergangenen Woche nicht nur der Angeklagte, sondern auch noch zwei Zeuginnen der Hauptverhandlung fern. Lediglich ein Zeuge erschien, und der hatte keine Wahl. Er wurde in Handschellen hereingeführt, befindet sich also derzeit im Gefängnis. Staatsanwalt, Richter Thomas Rohner und seine beiden Schöffen wie auch Rechtsanwalt Peter Thiel und eine Vertreterin der Bewährungshilfe und der 88-jährige geschädigte aus Frankenberg warteten vergebens auf die weiteren Geladenen. Rohner bat die Polizei bei den beiden bekannten Adressen nach dem Angeklagten zu suchen, doch meldete diese mehr als eine Stunde später, den Mann nicht vorgefunden zu haben. Richter Rohner blieb also nichts anderes übrig, als die Hauptverhandlung zu verschieben. Die Zeugen sollen dann polizeilich vorgeführt werden. Im Übrigen erhielten sie aufgrund ihrer nicht entschuldigten Abwesenheit 150 Euro Ordnungsgeld, die diese wahlweise auch in drei Tage Ordnungshaft umwandeln können. Eine Zeugin hatte wohl versucht, sich durch den Geschädigten entschuldigen zu lassen, doch ließ sich Rohner darauf erst gar nicht ein, zumal kein Attest vorgelegt werden konnte.

Dem Vernehmen nach geht es darum, dass der geschädigte am 6. November vergangenen Jahres zwei junge Frauen und zwei Männer von Frankenberg nach Wetter gefahren haben soll. In Wetter soll der Angeklagte gegenüber den damals noch 87-Jährigen aggressiv geworden sein. Dabei soll er auch handgreiflich geworden sein und den Mann geschlagen haben.

Zudem soll er noch mehrfach gegen den Wagen des Mannes getreten haben. Der von einem Reparaturdienst aufgenommene Schaden beträgt nach Mitteilung des Geschädigten mehr als 5000 Euro. Die Verhandlung soll noch vor den Sommerferien neu angesetzt werden.

von Götz Schaub

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