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Wohnlichkeit statt Heimatmosphäre

Altenheim in Cölbe Wohnlichkeit statt Heimatmosphäre

Der Rohbau steht, die Böden sind gemacht, alle Leitungen verlegt. Auch die großen Glastüren in jedem Stockwerk sind schon vorhanden. Der Neubau des Altenheims am Schubstein in Cölbe liegt in den letzten Zügen.

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Jörg Kempf (2. von links), Geschäftsführer der Marburger Altenhilfe St. Jakob, zeigte das Musterapartment und die Gemeinschaftsräume im neuen Cölber Wohnheim.Foto: Kristina Gerstenmaier

Cölbe. Das Haus der Marburger Altenhilfe St. Jakob bietet demnächst Platz für 80 Menschen. Jetzt fehlt es nur noch an der Innenausstattung. Ein Apartment ist bereits fertig und wurde von Vertretern der Stadt Marburg und der Gemeinde Cölbe schon einmal besichtigt.

Dunkelbraune Holzmöbel, große Fenster und heller parkettartiger Laminatfußboden vermitteln eine wohnliche Atmosphäre. Allein das Pflegebett, dessen Rahmen allerdings auch aus Holz ist, erinnert daran, das hier bald ältere Menschen wohnen sollen. Und die notwendige funktionale Ausstattung, wie ein Notrufknopf, erhöhte Toilettensitze oder eine Nachtleuchte.

„Wir bemühen uns, einen Kompromiss zwischen Objektcharakter und Hotelatmosphäre herzustellen“, sagte Jörg Kempf, Geschäftsführer der Altenhilfe St. Jakob. „Wohnlichkeit steht hier an erster Stelle“, betont er.

Objektcharakter meint die für Altenheime typischen Elemente, wie Bettgestelle aus Metall, pastellfarbenen Leisten als Erkennungsmerkmal für das Stockwerk oder reine Funktionsmöbel. Es sind viele kleine Details, mit dem dieser Objektcharakter vermieden werden soll. Als Erkennungssystem für die Stockwerke dienen verschiedenenfarbige Fußböden. Die Schränke in den Zimmern stammen von einem Schreiner aus der Region und könnten in jedem Schlafzimmer stehen. Darüber hinaus ist schon die Architektur des Hauses darauf ausgelegt, die Gemeinschaft unter den Bewohnern zu fördern. Jedes der beiden Stockwerke hat jeweils vier „Schenkel“ - sprich Gänge -, so dass acht in sich geschlossene Wohngruppen entstehen. Jede Wohngruppe wird über einen großen Gemeinschaftsraum mit Küche verfügen.

Das Konzept sieht es vor, dass die Bewohner einer Wohngruppe jeweils ihren eigenen Speiseplan entwickeln und die Mahlzeiten auch, soweit möglich, selbst in ihrer eigenen Küche zubereiten. Schallschluckende Decken, die den Lärmpegel niedrig halten sollen, runden die Gemeinschaftsräume ab. Im Erdgeschoss entsteht eine Cafeteria, die auch von Nicht-Bewohnern besucht werden kann, ebenso wie der Frisör. „Damit wollen wir die Öffentlichkeit ins Haus holen und die Hausgemeinschaft beleben“, so Kempf.

In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht der neue Kindergarten, der mit einem überdachten Gang direkt mit dem Altenheim verbunden sein wird. So ist der Grundstein für eine enge Kooperation gelegt.

Ein großer „Dementengarten“ zwischen den einzelnen Flügeln des Hauses gelegen, wird mit verschiedenen Anlaufpunkten, Kräuterbeeten, einem Wasserlauf und einem Backhaus, Platz zum Spazieren und Verweilen bieten. Vorgesehen ist auch eine geschlossene Abteilung, deren Bewohner den Garten ebenfalls nutzen dürfen. „Unser Konzept ist“, fasste Kempf zusammen, „einen durchgehenden innenarchitektonischen Stil zu schaffen, der eine Alternative zu dem gewohnten Charakter eines Altenheims bietet, wohnlich ist und darüber hinaus auch noch den Ansprüchen der Bewohner gerecht wird.“ Noch ist viel zu tun, zum 1. September soll alles fertig sein. Dann wird das Haus mit einem Eröffnungstag eingeweiht und kann an diesem Tag besichtigt werden.

Wer neugierig ist, kann sich das Musterapartment ansehen. Anmeldungen, Kontakt und Informationen unter Telefon 06421/95190 oder www.marburger-altenhilfe.de

von Kristina Gerstenmaier

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