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Nordkreis Wetter erinnert an ehemalige Bürger der Stadt
Landkreis Nordkreis Wetter erinnert an ehemalige Bürger der Stadt
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18:17 29.08.2013
Der Fußweg und die neue Wetschaftsbrücke in Wetters Kernstadt und ihre Namensgeber (von links): Inge Buchheim, Adam Wagner und Daniel Wagner.Fotos: Agricola, Privatfotos
Wetter

Um 14.30 Uhr laden die Stadt Wetter und der Geschichtsverein zur feierlichen Einweihung an der Brücke zwischen Bahnhofstraße und Einkaufszentrum ein.

Die Stadtverordneten hatten im Juni auf Antrag der Fraktion der Linken einstimmig zugestimmt, den noch namenlosen Fußweg entlang der Wetschaft Inge-Buchheim-Weg und die neue Fußgänger-Brücke über die Wetschaft am Untertor Daniel-und-Adam-Wagner-Brücke zu nennen.

Als großen Erfolg bezeichnet der Geschichtsverein Wetter in einer Presseerklärung zur heutigen Einweihung dieses einmütige Votum der Stadtpolitik. Mit diesem Schritt wird einem Opfer und zwei Widersachern des Nationalsozialismus ein ehrendes Andenken bewahrt.

„Wir freuen uns außerordentlich, dass es nach mehr als 20 Jahren Vereinsarbeit gelungen ist, dem ehrenvollen Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und jenen, die ihnen unmittelbar beistanden, in Wetter Namen und Gesicht zu geben und sie zu ehren,“ erklärt Kay-Hubert Weiß, Vorsitzender des Wetteraner Geschichtsvereins.

Der Geschichtsverein hat die Geschichte um diese drei Personen seit dem Jahr 1990 Stück für Stück aus Archiven und Augenzeugenberichten zusammengetragen und eine lesenwerte Dokumentation erstellt, die als kostenlose Publikation des Vereins erscheint und auch auf der Internetseite der Stadt Wetter zur Verfügung gestellt wird. Darin wird auch deutlich, wie sich die Sitution für die Juden in Wetter während der Nazizeit stetig verschlechterte. Inge Buchheim, die am Markt aufwuchs, war zuletzt das jüngste Mitglied der Jüdischen Gemeinde in Wetter. Sie musste aber 1939 mit ihrer Familie Wetter verlassen und lebte bis zur Deportation nach Riga im Jahr 1941 in einem Marburger Judenhaus. Schließlich kam sie in das Konzentrationslager Stutthof, wo sie auf einem Gefangenenmarsch auf der Flucht vor den sowjetischen Truppen von einem SS-Bewacher erschlagen wurde.

Die Wetteraner Bauern Daniel Wagner und sein Sohn Adam wiederum hatten 1933 außergewöhnliche Zivilcourage bewiesen, als sie sich „den Schergen des Regimes entgegenstellten“, so Weiß, und es ablehnten, einen durch die Stadt getriebenen jüdischen Geschäftsmann mit dem Fuhrwerk zu überfahren, wie es SS- und SA-Angehörige von ihnen verlangt hatten. Die Dokumentation des Geschichtsvereins geht ausführlich auf die Hintergründe dieses Vorfalles ein. Wo es über Details unterschiedliche Schilderungen gibt, nennen die Heimatforscher diese auch. Dem 1907 geborenen Pferdehändler Alfred Stern war vorgeworfen worden, ein Verhältnis mit einem „Christennmädchen gehabt zu haben. Um ihn öffentlich zu demütigen, wurde er durch die Stadt getrieben und misshandelt.

Infos über die Arbeit des Geschichtsvereins: www.stadtgeschichte-wetter-hessen.de

von Michael Agricola

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