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Nordkreis Werkfeuerwehr gibt ihren Status auf
Landkreis Nordkreis Werkfeuerwehr gibt ihren Status auf
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17:59 20.07.2012
Feuerwehrleute am Ende ihres Einsatzes vor einem Jahr beim Großbrand auf dem MRV-Gelände in Goßfelden. Künftig werden die öffentlichen Wehren im Ernstfall früher eingebunden.Foto: Agricola
Goßfelden

Die derzeitige Geschäftsführung der MRV hatte die rechtliche Aufhebung der Werkfeuerwehr beantragt, dem wurde seitens des dafür zuständigen Regierungspräsidiums (RP) Gießen entsprochen. Das Unternehmen will laut Kreisbrandinspektor Lars Schäfer künftig weiterhin eine Betriebsfeuerwehr betreiben. Die wiederum untersteht der Aufsicht des Landkreises.

Was bedeutet dies nun in der Praxis? Kreisbrandinspektor Lars Schäfer: „An eine Werkfeuerwehr werden höhere Anforderungen gestellt, was zum Beispiel das vorzuhaltende Material für die Brandbekämpfung und die Ausbildung des Personals angeht.“ Dafür hat sie eine stärkere Stellung.

Sie ist auf dem Betriebsgelände für die Erstbekämpfung eines Brandes zuständig und entscheidet auf dem Werkgelände eigenständig über das weitere Vorgehen - und damit auch darüber, wann zusätzliche Feuerwehrkräfte von außen angefordert werden.

Bis zur Gefahrenabwehrstufe 2 hat die Werkfeuerwehr sozusagen das Sagen im Betrieb. Auch bei einem Großeinsatz wie am 1. Juli vergangenen Jahres ist die Werkfeuerwehr auch nach der Alarmierung weiterer Kräfte noch in die Einsatzleitung eingebunden.

An eine betriebliche Feuerwehr werden weniger hohe Ansprüche in der Ausstattung gestellt, dafür wird bereits mit dem Alarm die öffentlich-rechtliche Feuerwehr eingeschaltet, in dem Fall die Leitstelle des Kreises und die örtlichen Feuerwehren der Gemeinde Lahntal.

Was den Brandeinsatz im vergangenen Juli angeht, betont Schäfer, dass trotz vielfach geäußerter Kritik die Werkfeuerwehr damals korrekt gehandelt habe, da sie „sehr zeitig“ gesagt habe, dass sie zusätzliche Kräfte brauche.

Mit der Aufhebung des Werkfeuerwehrstatus würden nun in Absprache mit dem Betreiber die Voraussetzungen für die künftige Gefahrenabwehr geklärt. Da es ein schwebendes Verfahren sei, wollte Schäfer dazu derzeit keine Details nennen. Er sagte aber: „Wir haben klare Vorstellungen, was der Betrieb vorhalten soll.“ Außerdem werde in Absprache mit der örtlichen Feuerwehr die Ausrückordnung festgelegt.

Mit der neuen Geschäftsführung habe man bislang gute Erfahrungen gemacht, was den Zustand des Geländes angehe, so Schäfer weiter. Durch die stark reduzierten Lagermengen auf dem Platz gebe es kein „Bewegungsproblem“ für große Feuerwehrfahrzeuge mehr. Die Abstände zwischen den Haufen seien ausreichend und die Lagerhöhe vernünftig, sodass auch ein Übergreifen von einer Halde zur einer anderen nicht so einfach möglich sei.

von Michael Agricola

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